Mediafabrik kritisiert Vergabeverfahren des Bundespresseamtes

Freitag, 20. Oktober 2006

Die Vergabe des Mediaetats des Bundespresseamts (BPA) an die Wiesbadener Agentur Carat sorgt für Wirbel. Die Berliner Mediafabrik, die als ehemaliger Etathalter ebenfalls an dem Ausschreibungsverfahren beteiligt war, hat gegen die Entscheidung Rechtsmittel beim Bundeskartellamt eingelegt. Als Grund nennt Andreas Kinksy, Geschäftsführer der Mediafabrik, einen Verstoß gegen die Vergabeverordnung. Darin heißt es in Paragraf 2 Absatz 3, dass Leistungen nur an "fachkundige, leistungsfähige und zuverlässige Bewerber" zu vergeben sind. Des Weiteren können nach Paragraf 7 Absatz 5 Bewerber von dem Verfahren ausgeschlossen werden, die "nachweislich eine schwere Verfehlung begangen haben, die ihre Zuverlässigkeit als Bewerber in Frage stellt".

Da derzeit die Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Carat-CEO Aleksander Ruzicka wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, hat der Rechtsbeistand der Mediafabrik einen Mangel an Zuverlässigkeit festgestellt. Dieser sei erst wieder ausgeräumt, wenn sich der Verdacht als unberechtigt herausstelle.

Innerhalb weniger Wochen ist dies bereits das zweite Vergabeverfahren des BPA, das für Schlagzeilen sorgt. Mitte September war die Vergabe eines Teiletats an die Scholz & Friends-Tochter Pergamon in die Kritik geraten. bn

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