Mediacom herrscht wieder alleine über die Procter-Spendings

Donnerstag, 12. April 2012
Procter & Gamble bündelt Mediaetat bei Mediacom
Procter & Gamble bündelt Mediaetat bei Mediacom

Die Düsseldorfer Mediaagentur Mediacom wird künftig wieder alleine den kompletten klassischen Mediaetat des Konsumgüterriesen Procter & Gamble betreuen. Das gilt sowohl für den Einkauf der Werbeplätze, wofür der Schwalbacher Bluechip im vergangenen Jahr laut Nielsen brutto 575,6 Millionen Euro ausgegeben hat, als auch für die Mediaplanung. Der gesamte Einkaufsetat für die klassischen Medien liegt seit Jahrzehnten in Händen von Mediacom, nicht aber der dazugehörige Planungsetat.
Mediacom-Boss Paul Remitz plant wieder alleine für Procter
Mediacom-Boss Paul Remitz plant wieder alleine für Procter
Den hatte Procter im Jahr 2001 nach einem Pitch auf Mediacom und Starcom in Frankfurt verteilt. Die Agentur aus der Vivaki-Gruppe war seitdem für rund ein Drittel des Planungsvolumens von Procter & Gamble verantwortlich. Die Entscheidung, die Planung auf die beiden Networks zu verteilen, war damals ganz pragmatisch und simpel: Starcom plante für die Marken, deren Werbeauftritte von ihrer Publicis-Schwester Leo Burnett gestaltet wurden und Mediacom diejenigen, für deren Kreation Grey verantwortlich war.

Mit dieser Aufteilung ist nun Schluss. Mediacom holt sich den klassischen Planungsetat über rund 50 Millionen Euro von Starcom zurück, das ab Juli zusätzlich bei Mediacom zu Buche schlagen wird. Einzig der Online-Etat bleibt bei der Hamburger Pilot-Gruppe, die dieses 80 Millionen Euro schwere Budget seit 2006 betreut.

Für die Group M, zu der Mediacom gehört, ist das bereits der zweite große Coup binnen kürzester Zeit und für die Vivaki-Gruppe der zweite schwere Schlag ins Kontor. Vor wenigen Wochen musste bereits Optimedia den 550 Millionen schweren Etat von L'Oréal an die Düsseldorfer abtreten. Für den Kosmetikkonzern wird Group M die L'Equipe L'Oréal als exklusive Agentur gründen und dort den Etat ab 2013 betreuen. Bei Optimedia stand L'Oréal sieben Jahre lang auf der Kundenliste.

Doch damit nicht genug: nach 18 Jahren verabschiedete sich bei Optimedia auch die Aktion Mensch mit ihrem Etat in Höhe von 40 Millionen Euro, der ebenfalls nach einem Pitch an die Düsseldorfer Crossmedia vergeben wurde. Und bereits Anfang des Jahres vergab der Pharmakonzern Reckitt Benckiser seinen deutschen Planungsetat an die Hamburger Mediaagentur Initiative und ließ Vivaki nur noch den Mediaeinkauf. ejej
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