Media-Prozess: Haribo und Mediaplus wollen unabhängigen Wirtschaftsprüfer

Mittwoch, 16. Juni 2010
Haribo streitet mit Mediaplus um Rabatte
Haribo streitet mit Mediaplus um Rabatte

Zur ersten mündlichen Verhandlung vor dem Münchner Landgericht I erschienen heute nur die Anwälte. Dort sollte die Klage des Bonner Süßwarenkonzerns Haribo verhandelt werden. Im Vorfeld einigten sich beide Parteien aber darauf, einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer hinzuzuziehen, der vom Gericht bestimmt werden soll. Wie das Verfahren letztendlich ausgehen wird, bleibt aber nach wie vor offen. Dennoch scheint damit eine außergerichtliche Einigung, wie sie vergangene Woche überraschend auch im Rechtsstreit zwischen Danone und Carat getroffen wurde, nicht ausgeschlossen.

Haribo hatte Ende 2009 gegen die Münchner Mediaagentur eine Auskunftsklage erhoben, weil auch dieser Konzern anscheinend bezweifelt, dass die Mediaagentur tatsächlich alle Rabatte weitergeleitet hat. Schon zu Jahresbeginn betonte Agenturgründer Peter Haller, dass Haribo mehrfach Einsicht in die Bücher der Serviceplan-Tochter angeboten worden sei. Dennoch verklagte Haribo seinen ehemaligen Dienstleister nur wenige Tage nach dem Urteil des Münchner Oberlandesgerichts (OLG), das am 23. Dezember über den Revisionsantrag von Carat entschied. Danone hatte Carat bereits Ende 2007 auf Auskunft über alle Rabatte und Schadensersatz von nicht gezahlten Rabatten in Höhe von angeblich 13 Millionen Euro verklagt.

In dem Urteil des OLG München wurde nicht eindeutig geklärt, wie die Verteilung der Agenturvorteile zwischen Carat und Danone geregelt werden soll. Danone und Carat haben sich daraufhin außergerichtlich geeinigt. Ob deren Entscheidung den Verlauf des zweiten Media-Prozesses zwischen Haribo und Mediaplus beinflusst hat, ist nicht bekannt, aber möglich. ejej
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