Media Consulta macht das Rennen beim Bundespresseamt

Dienstag, 16. Januar 2007

Wende im Vergabeverfahren beim Bundespresseamt (BPA). Laut HORIZONT-Informationen soll nicht Pergamon aus der Scholz & Friends-Gruppe künftiger Betreuer des Werbeetats werden, sondern die Berliner Agentur Media Consulta. Sie hält bereits den PR-Etat der Berliner Behörde. Die Entscheidung zugunsten von Media Consulta kam offenbar zustande, nachdem es Signale aus dem BPA an Pergamon beziehungsweise Scholz & Friends gegeben hat, von sich aus auf den Etat zu verzichten. Zuvor hatte es großen Wirbel um die Vergabe gegeben. Das Bundeskartellamt hatte Anfang des Jahres zwar die Nachprüfungsanträge der Agenturen Johanssen + Kretschmer, Saatchi & Saatchi und Publicis abgewiesen, gleichzeitig aber Mängel im Verfahren festgestellt. Zudem war die Vergabekammer der Auffassung, dass der Sieger der Ausschreibung, die Agentur Pergamon, zu Unrecht an dem Wettbewerb teilgenommen hatte und eigentlich "zwingend hätte ausgeschlossen werden müssen". Zu demselben Ergebnis kamen die Kartellwächter allerdings auch in Bezug auf die drei klagenden Agenturen.

Nach Einschätzung der Bonner Behörde hatten sich mit Media Consulta und Fischer-Appelt nur zwei von acht teilnehmenden Agenturen korrekt beworben. Das Angebot von Media Consulta lag dabei zunächst relativ weit hinten in der Gunst der BPA-Bewertungskommission, konnte sich aber durch ein günstiges Preisangebot auf Platz 3 hinter Pergamon und Saatchi & Saatchi vorschieben. Nach der Aufregung der vergangenen Wochen wollte sich das BPA offenbar weiteren Ärger ersparen und hat sich nun Insidern zufolge für Media Consulta entschieden. Damit wäre man der Empfehlung gefolgt, die das Kartellamt in seinem Beschluss angedeutet hatte.

Die unterlegenen Agenturen wollen nun darauf verzichten, gegen den Kartellamtsbeschluss vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf in Berufung zu gehen. Man sehe sich in seiner grundsätzlichen Auffassung bestätigt, dass in dem Verfahren Fehler gemacht wurden und halte weitere rechtliche Schrite nicht für nötig, teilt die Agentur Johanssen + Kretschmer via Presseinformation mit. Ähnliche Auffassungen vertritt man bei Publicis Berlin und Saatchi & Saatchi. mam

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