McCann steht Umbau bevor - Nachfolger für CEO Helmut Sendlmeier gesucht

Donnerstag, 02. Dezember 2010
Nachfolger für McCann-Chef Helmut Sendlmeier gesucht
Nachfolger für McCann-Chef Helmut Sendlmeier gesucht

2011 wird ein Jahr der Weichenstellung für die deutsche McCann-Gruppe. Die Interpublic-Agentur muss sich nach dem Verlust des klassischen Opel-Geschäfts am Standort Frankfurt neu aufstellen. Auch in Hamburg wird es eine Neuausrichtung geben, nachdem Kunden wie Techniker Krankenkasse und Zentis nicht mehr von der Werbeagentur McCann-Erickson betreut werden und das Team geschrumpft ist. Vor allem aber steht die Suche nach einem Nachfolger für CEO Helmut Sendlmeier auf der Agenda. "Ich bin in einem Alter, in dem man sich als verantwortungsbewusster Manager naturgemäß mit dem Generationswechsel beschäftigen muss", sagt Sendlmeier, der im Januar 63 Jahre alt wird. Die Überlegungen gebe es schon länger - unabhängig von dem Ausgang des Opel-Pitchs. "Das Thema Nachfolgeregelung hat nichts mit der Entscheidung von Opel zu tun", betont Sendlmeier.

In der Branche kursieren seit einigen Wochen Gerüchte, dass sich das Network nach einem neuen Chef für die deutsche McCann-Gruppe umsieht. Auch aus der Agentur ist hier und da zu hören, dass es Zeit für eine Auffrischung im Management sei. Sendlmeier unterstreicht dagegen, dass er die Suche selbst angestoßen hat. Gleichzeitig räumt er ein, dass über das Network internationale Personalberater bei der Suche an Bord sind: "Natürlich ist unser Headquarter eingebunden. Solch eine Entscheidung treffe ich ja nicht allein. Es ist richtig, dass ein Headhunter-Team in London mich unterstützt und mit mir kooperiert."

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Was McCann-Chef Helmut Sendlmeier zum Verlust der Opel-Werbeetats sagt, lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 48/2010 vom 2. Dezember.

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Wann der Wechsel an der Spitze über die Bühne geht, richtet sich nicht zuletzt danach, wer gefunden wird und wann der Neue verfügbar ist. Geeignete Kandidaten haben in der Regel längere Kündigungsfristen: "Wir reden also voraussichtlich nicht von einem schnellen Wechsel", sagt Sendlmeier. Für ihn sei denkbar, auch nach der Kür eines neuen CEO weiter als Chairman an Bord zu bleiben, auch wenn er künftig kürzer treten wolle. In diesem Zusammenhang weist er selbst darauf hin, dass er im Sommer einen Herzinfarkt hatte. Wie lange eine mögliche Doppelkonstellation Bestand haben würde, hängt neben finanziellen Aspekten vom Network ab - und davon, wie der neue und alte Chef harmonieren. Sendlmeier steht seit Anfang 2000 an der Spitze der deutschen McCann-Gruppe. Davor war er CEO von TBWA Germany.

Klar ist bereits, dass im kommenden Jahr ein Umbau der Gruppe ansteht. Details verrät Sendlmeier allerdings noch nicht. Nur so viel: "Wir werden den Markt Anfang 2011 mit einem neuen Approach überraschen. Es wird eine sehr spezifische Neuausrichtung einzelner Standorte geben." mam
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