McCann-Erickson zieht sich aus dem Pitch um die Deutsche Bank zurück

Freitag, 28. Juni 2002

McCann-Erickson wird nicht weiter am Pitch um den Markenetat der Deutschen Bank teilnehmen: Das teilte die Agentur am heutigen Freitagmorgen mit. Damit endet nach drei Jahren die Zusammenarbeit zwischen der Agentur und dem Geldinstitut.

"Wir wünschen der Deutschen Bank bei der Umsetzung der neuen Markenstrategie viel Erfolg", ließ Ralf Specht, Managing Director bei McCann-Erickson Frankfurt in einer Pressemitteilung lapidar verlauten. Auf Nachfrage wollte er aber zu dem offensichtlichen Kunden-Agentur-Konflikt nicht näher Stellung nehmen. Auch die Deutsche Bank war zu keiner Stellungnahme bereit.

Es scheint aber ganz so, als ob der Bruch mit den Plänen der Bank zusammenhängt, die Marke Deutsche Bank 24 aufzulösen und unter das reaktivierte Markendach "Deutsche Bank" schlüpfen zu lassen, wie HORIZONT Anfang Mai berichtete (Ausgabe 18/2002). Der Deutsche-Bank-24-Etat wird von der BBDO-Tochter ECC Advertising betreut, die nicht bestätigten Informationen zufolge auch im Pitch sein soll. Folglich könnte die Bank erwogen haben, eine der beiden Agenturen in die zweite Reihe zu verweisen, beziehungsweise ganz auszubooten.

Dass ECC in diesem Pitch-Krimi möglicherweise die besseren Karten hat, darüber informierte HORIZONT bereits im April (Ausgabe 17/2002), als die Berufung von Josef Ackermann zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Geldinstituts feststand. Als weiterer Anwärter auf den DB-Etat wird neben ECC die Agentur J. Walter Thompson gehandelt, die die DB-Tochter DWS betreut.
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