Matthias Storath: Der Ogilvy-Kreative verrät, wie er den Frankfurter Standort umgekrempelt hat

Donnerstag, 28. März 2013
Matthias Storath, Geschäftsführer Kreation Ogilvy & Mather Frankfurt
Matthias Storath, Geschäftsführer Kreation Ogilvy & Mather Frankfurt

In der HORIZONT-Serie „Next Generation“ gibt Matthias Storath, Kreativgeschäftsführer von Ogilvy & Mather in Frankfurt, ungewohnt offene Einblicke. Er verrät, dass er ein Gelegenheitscholeriker ist und bei der „Walldorfschule unter den Agenturen keinen Stein auf dem anderen gelassen hat.“ Seit 2010 ist er bei Ogilvy an Bord und hat dort „so unverschämte Dinge wie Zielvereinbarungen“ eingeführt. Storath, der für die gesamte Media-Markt-Kampagne verantwortlich ist, hat selbst überhaupt nichts mit Elektronik-Gadgets am Hut. Sein privates Desinteresse an den Geschäftsfeldern seiner wichtigsten Kunden findet im Job eher hilfreich: „Ich bin die lebende Marktforschung, denn ich weiß am besten, wie man Menschen für eine Marke begeistern kann, die sich eigentlich gar nicht dafür interessieren.“ Grundsätzlich ist er davon überzeugt, dass Handelswerbung hierzulande ein Treiber für herausragende Kreation ist und am ehesten Maßstäbe setzen kann. „Die Produkte im Handel sind nicht nur austauschbar, sie sind meistens sogar identisch. Mit einem Klick finden Sie im Internet das günstigste Produkt und dort spielt auch Distanz keine Rolle mehr. Kommunikation ist das einzige Mittel, um eine Wertschöpfung zu schaffen.“

Matthias Storath: Ich bin die lebende Marktforschung, denn ich weiß am besten, wie man Menschen für eine Marke begeistern kann, die sich eigentlich gar nicht dafür interessieren."“
Er muss es wissen, schließlich hat der frühere Heimat-Kreative fünf Jahre lang im Hornbach-Team mitgearbeitet. Die Baumarktkette zählt hierzulande bekanntlich zu den kreativsten und mutigsten Auftraggebern überhaupt. Auf seine eigene Lieblingsarbeit angesprochen, entscheidet sich Storath allerdings nicht für eine Hornbach-Kampagne, sondern für einen Auftritt, den er im Auftrag von Media-Markt realisiert hat. Die Rede ist von „Weihnachten wird unterm Baum entschieden.“ Warum das so ist? Storath erklärt: „Kein Facebook. Kein Uploadplattform. Nur 25 Sekünder im TV und Citylights. Die Darreichungsform war im Vergleich zu unseren anderen Kampagnen altmodisch. Aber im Kern war die Botschaft so relevant, dass sie mehr bewegt hat als jedes schicke Content-Marketing.“

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Das komplette Interview mit Matthias Storath, Geschäftsfüher Ogilvy & Mather Frankfurt, lesen Sie in HORIZONT 13/2013 vom 28. März 2013.
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Grundsätzlich kann er sich aber auch für „schickes Content-Marketing“ begeistern. So outet sich der 37-Jährige als großer Fan von „Red Bull Stratos“. Er warnt jedoch eindringlich vor jeglicher Form von Nachahmungsversuchen: „Etwas Vergleichbares wird es in den nächsten zwei Jahrzehnten nicht mehr geben. Das war eine völlig andere Liga. Deshalb ist Stratos auch kein Modell für andere Marken. Schon alleine weil die Medien nicht noch einmal so naiv sein werden, mit kostenloser Berichterstattung über eine Marketingaktion ihr eigenes Businessmodel in Frage zu stellen.“ bu
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