Maredo-Panne: Grünen-Politiker Beck fordert Beitrag von S&F in die "Chauvi-Kasse"

Donnerstag, 22. März 2012
Grünen-Politiker Volker Beck (Foto: Angelika Kohlmeier)
Grünen-Politiker Volker Beck (Foto: Angelika Kohlmeier)

Die Pleite von Scholz & Friends mit der gefakten Maredo-Kampagne aus dem Jahr 2008 bleibt weiter ein Thema. Die Motive des Auftritts wurden als homophob und vegetarierfeindlich kritisiert. Grünen-Politiker Volker Beck fordert in einem Brief an den CEO der Agenturgruppe Frank-Michael Schmidt eine Entschuldigung und einen Beitrag in die "Chauvi-Kasse". Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion, schreibt auf seiner Homepage: "So eine Entgleisung darf einer der führenden Marketingagenturen in Deutschland nicht unterlaufen. Ich erwarte eine aktive Wiedergutmachung, etwa in Form einer Spende an die Hirschfeld-Eddy-Stiftung oder durch eine kostenlose Beteiligung an einer Kampagne gegen Homophobie und Ausgrenzung."

Die Agentur betont auf Anfrage von HORIZONT.NET noch einmal, dass das kritisierte Motiv "in keinster Form die Haltung und Unternehmenskultur von Scholz & Friends widerspiegele". Man distanziere sich ausdrücklich von jedweder Ausgrenzung und Diffamierung von Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig dankt sie Beck für seine Anregung und erklärt, gerne mit ihm in einen konstruktiven Dialog über einen kreativen Beitrag der Agentur zugunsten dieser Thematik einzutreten.

Dass das Thema ausgerechnet jetzt in die Öffentlichkeit kommt, könnte auch etwas mit dem Oberbürgermeister-Wahlkampf in Stuttgart zu tun haben. Hier tritt der frühere Scholz & Friends-Chef Sebastian Turner für die CDU an. Auch die FDP und die Freien Wähler unterstützen Turners Kandidatur. Als sein härtester Wettbewerber gilt der Grünen-Politiker Fritz Kuhn. mam    
Meist gelesen
stats