Makaberes Spiel mit dem Tod: Wie die australische Metro einen Viralhit landet

Montag, 19. November 2012
Cover der Single - herunterladbar bei iTunes
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Einen dicken Grizzlybär ärgern, die eigenen Haare in Brand stecken, den Toaster mit einer Gabel reparieren oder sich beim Versteckenspielen in der Waschmaschine verschanzen - dumme Methoden, um sich ins Jenseits zu befördern, gibt es viele. Und auch im Straßenverkehr kann dämliches Verhalten zum Tod führen. McCann und Metro Melbourne haben dieses ernste Thema jetzt in eine niedlich-fröhliche Kampagne mit rabenschwarzem Humor und enormen Ohrwurm-Potenzial verpackt. Das Herzstück des Auftritts unter dem Motto "The Dumb Ways to Die" ist ein 3-minütiger Online-Spot. In ihm demonstrieren 20 Comic-Figuren verschiedenste Todesarten. Worum es in dem Video geht und wer der Absender ist, erfährt der Zuschauer erst am Ende des Clips: Dann nämlich, wenn die drei häufigsten Sterbemethoden im öffentlichen Nahverkehr gezeigt werden:  zu nah an der Bahnsteigkante stehen, eine heruntergelassene Schranke umfahren und die Gleise überqueren. "Be safe around trains" heißt die Botschaft von Metro Melbourne.

Doch beim Online-Spot alleine bleibt es nicht. Zum Kampagnenpaket gehört außerdem die Website Dumbwaystodie.com, auf der verschiedene Todesarten nachgespielt werden können. Auf der Mikroblogging-Plattform Tumblr hat das Verkehrsunternehmen einen Blog eingerichtet, auf dem der User die Sterbemethoden als animiertes Gif herunterladen, liken und rebloggen kann. Zudem wirbt Metro Melbourne im Radio und mit Plakaten.

Den Ohrwurm-Charakter liefert die Künstlerin Tangerine Kitty. Ihren gleichnamigen Song können sich Nutzer für 1,69 australische Dollar über iTunes sichern oder als mp3-Datei kostenlos über Soundcloud speichern.

"Das Ziel dieser Kampagne ist es, ein Publikum zu erreichen, welches sich für Sicherheitshinweise jeder Art überhaupt nicht interessiert. Aber wir sind der festen Überzeugung: mit Dumb Ways to Die schaffen wir es", so der verantwortliche John Mescall, Executive Creative Director von McCann, gegenüber dem australischen Branchendienst Australiancreative.

Fazit: Ein Auftritt, der trotz des ernsten Themas Laune macht. Und Spaß mit der Kampagne hatten bereits einige: Am 14. November auf Youtube hochgeladen, wurde das Video mittlerweile bereits über 7,1 Millionen Mal angeschaut. Tendenz stark steigend. jm
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