Löwen-Gewinn von Saatchi wirft Fragen auf

Freitag, 20. Juni 2008
Kreativchef Burkhart von Scheven (re.) mit Saatchi-Managern Michael Samak (li.) und Holger Lutz
Kreativchef Burkhart von Scheven (re.) mit Saatchi-Managern Michael Samak (li.) und Holger Lutz

Das Frankfurter Büro von Saatchi & Saatchi hat bei den Cannes-Organisatoren durchgesetzt, als Co-Gewinner zweier Löwen aufgeführt zu werden. Die Niederlassung am Main taucht bei der Präsentation der Gewinnerarbeiten auf der offiziellen Festival-Website www.canneslions.com als miteinreichende Agentur für eine Arbeit für das Novartis-Produkt Voltaren auf. Die Arbeit hatte in der Kategorie Press einen Silber- und in der Kategorie Outdoor einen Bronze-Löwen gewonnen. In den offiziellen Presseunterlagen wurden die beiden Löwen der Novartis-Leadagentur Saatchi & Saatchi Simko in Genf zugeschrieben. Sie hat nach Auskunft des deutschen Saatchi-Kreativchefs Burkhart von Scheven die Arbeit zusammen mit den Frankfurter Kollegen und dem Büro in Mailand umgesetzt. Dies habe man bei der Einreichung auch schon deutlich gemacht und von der Festival-Organisation die Zusage bekommen, dass bis zu drei Agenturen als Einreicher genannt werden dürfen.

Der Fall ist insofern problematisch, als er für internationale Agenturen Tür und Tor öffnen könnte, sich bei erfolgversprechenden Arbeiten von Network-Kollegen aus dem Ausland als Co-Autoren mit in die Einsendeunterlagen aufnehmen zu lassen – auch wenn der Beitrag zur Kampagne unklar ist. Saatchi-Mann von Scheven versichert jedoch, dass das Frankfurter Büro die Grundidee für die Novartis-Kampagne hatte, die Umsetzung aber mit den Kollegen in Mailand und Genf gemacht wurde.

In den Credits zu der Arbeit finden sich bislang allerdings keine deutschen Kreativen. Dies sollen laut von Scheven umgehend ergänzt werden. Vom Pressebüro des Festivals war bislang keine verbindliche Information zu dem Vorgang zu erhalten. Man wolle die Situation genau prüfen und erst dann Auskunft geben. Allerdings weisen die Pressebetreuer des Festivals darauf hin, dass Löwen in der Regel immer nur an ein Land vergeben werden.
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