Leo Burnett wächst vor allem jenseits der Klassik

Donnerstag, 08. Februar 2007
Franz-Josef Rensmann
Franz-Josef Rensmann

Die Frankfurter Agentur Leo Burnett verzeichnet eigenen Angaben zufolge im vierten Jahr hintereinander ein deutliches Umsatzplus. Der Zuwachs liege weit über dem vom GWA für 2006 prognostizierten Durchschnittswachstum von 4 Prozent. Auch die erzielte Marge bewege sich deutlich über dem Durchschnitt. Das erklärten Chairman und CEO Franz-Josef Rensmann und CFO Peter Roos auf der Bilanzpressekonferenz am heutigen Donnerstag. Im Unterschied zu Ogilvy-Chairman Lothar Leonhard, der bei seiner gestrigen Pressekonferenz erstaunlich konkret wurde, lehnt das Leo-Burnett-Management aber weitergehende Angaben zur Umsatzentwicklung ab. Üblicher Grund: Sarbanes Oxley Act und Networkvorgaben. Nur aus den Mitarbeiterzahlen macht man kein Geheimnis. Die Publicis-Tochter beschäftigt in Frankfurt derzeit 280 Festangestellte und ist nach Chicago, London und Turin die viertgrößte Niederlassung im Netzwerk.

Der Zuwachs resultiert vor allem aus der Geschäftsentwicklung jenseits der Klassik. "Alle sogenannten Below-the-Line-Disziplinen sind deutlich schneller gewachsen als die klassische Kommunikation", erklärt Agenturchef Rensmann. So konnte der Online-Bereich mit einem Plus von 60 Prozent das größte Wachstum verzeichnen. Bezahlt gemacht habe sich in diesem Zusammenhang vor allem die Neuaufstellung der auf Neue Medien und Dialogmarketing spezialisierten Tochteragentur Arc. Klassische Werbung macht bei Leo Burnett derzeit noch 50 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Neben dem Ausbau des Geschäfts mit internationalen Bestandskunden wie Philip Morris, Fiat und Kellogg's hätten auch lokale Kunden wie Landliebe, ZF Sachs und Pulmoll zum guten Ergebnis beigetragen. Hinzu komme Neugeschäft von Kraft Foods, Harman Kardon und I-Shares. Für das laufende Jahr rechnet Leo Burnett erneut mit einer Entwicklung über dem Gesamtmarkt, dem man ein Wachstum von 2 bis 3 Prozent zutraut. Angreifen will die Publicis-Tochter vor allem in den Kategorien Handel, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen. mam

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