Leo Burnett unterstützt Wikipedia bei seiner Bewerbung als Weltkulturerbe

Freitag, 27. Mai 2011
Leo Burnett begleitet die Aktion
Leo Burnett begleitet die Aktion


Wikipedia will das erste digitale Weltkulturerbe werden. Diese Nachricht geistert bereits seit einigen Wochen durchs Web. Jetzt sind sowohl auf Wikipedia.de als auch auf Facebook und Twitter entsprechende Online-Petitionen gestartet, die darauf abzielen, möglichst viele Befürworter für eine entsprechende Bewerbung bei der UNESCO zu generieren. Der Förderverein Wikimedia Deutschland treibt diese Initiative keineswegs allein voran. Laut HORIZONT-Informationen erhält er dabei Unterstützung von der Frankfurter Agentur Leo Burnett.
Vor diesem Hintergrund könnte man annehmen, es handele sich hierbei um eine reine Werbe- und PR-Aktion, um das Online-Lexikon pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum wieder in aller Munde zu bringen. Das ist sicherlich ein Aspekt. Andererseits betont Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa und der „Stuttgarter Zeitung", dass es ihm mit der Bewerbung durchaus ernst sei. Die Auszeichnung von der UNESCO wäre eine „wunderbare Anerkennung für all die Tausenden von Freiwilligen, die an der Wikipedia arbeiten."

Aber wie stehen die Chancen, dass Wikipedia es tatsächlich schafft, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt zu werden? Bis dato wurden von der Organisation primär Kultur- und Naturstätten, also berühmte Gebäude oder Landschaften, in die Liste aufgenommen. Zudem gibt es immaterielle Welterbe wie etwa bestimmte kulturelle oder rituelle Tänze oder Gesänge.  Die Mitmach-Enzyklopädie erklärt in ihrem Aufruf zur Petition: „Helfen Sie uns, die UNESCO davon zu überzeugen, die Kriterien für die Vergabe des Weltkulturerbe-Status auf das neue, digitale Zeitalter anzuwenden." Wales erklärte gegenüber der dpa, es gehe darum, „ der Öffentlichkeit zu zeigen, dass Wikipedia nicht einfach eine Website ist, sondern ein kulturelles Phänomen."

In den kommenden Wochen soll es zusätzlich zu den diversen Online-Aktivitäten eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen zum Thema „Wikipedia soll Weltkulturerbe werden" geben. So findet beispielsweise kommenden Dienstag im Berliner Technikmuseum ein Expertengespräch zu dem Thema statt. Diskutanten sind unter anderem Britta Rudloff, Forscherin an an der Internationalen Graduiertenschule „Heritage Studies" und Lehrende „World Heritage Studies" an der BTU Cottbus, Till Kreutzer, Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Linus Neumann, Mitglied der Digitalen Gesellschaft e.V. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung und der Initiative sind unter wikimedia.de/Weltkulturerbe zusammengefasst.

Letztlich zielen die Aktivitäten darauf ab, wieder mehr Menschen auf Wikipedia aufmerksam zu machen und zum Mitmachen zu bewegen. Das bestätigt auch Wales: „Wir brauchen mehr Vielfalt unter den Wikipedia-Autoren. Zu allen Themen, die 26-jährige, männliche Programmierer interessieren, gibt es lange Artikel, während andere Bereiche des Lebens nicht so gut repräsentiert sind. Wir versuchen Nutzern zu vermitteln: Wikipedia ist nicht nur für Technik-Freaks da, die über Betriebssysteme schreiben, sondern auch für Dich. Mehr Frauen würden auch der Diskussionskultur gut tun. Es ist eine einfache Regel: Wenn Frauen dabei sind, benehmen sich Männer besser." bu
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