Leo Burnett ohne Deutschland-Chef

Freitag, 22. Juni 2007
-
-

Franz-Josef Rensmann, CEO der deutschen Leo-Burnett-Gruppe, ist zurückgetreten. Dazu hat sich der 52-Jährige nach seiner Verurteilung wegen Beihilfe zu Untreue enschlossen. "Ich habe diese Entscheidung getroffen, um Burnett zu schützen. Ich möchte die Organisation nicht mit einer unnötigen Bürde belasten, und ich möchte auch nicht Burnetts Ruf beschädigen", erklärt Rensmann. Er wird mit sofortiger Wirkung ausscheiden. Das Landgericht Stuttgart hatte untersucht, inwieweit Rensmann in seiner damaligen Funktion als Geschäftsführer der Ogilvy-Tochter RMC Unregelmäßigkeiten bei Daimler-Chrysler gedeckt hat. Das Automobilunternehmen gehörte zu den Kunden der Agentur. Rensmann hatte während des Verfahrens eine Teilschuld eingestanden und die Verantwortung für von RMC ausgestellte Vorausrechnungen übernommen. Die 11-monatige Freiheitsstrafe wird gegen eine Geldauflage von 50.000 Euro zur Bewährung ausgesetzt.

Rensmann hatte den neugeschaffenen Posten des Group CEO bei Leo Burnett erst im Oktober 2006 übernommen. Die Führung der Gruppe übernimmt übergangsweise das lokale Management Board unter Vorsitz von CFO Peter Roos. Er hatte die Agentur nach dem Ausstieg des früheren CEO Frank Eigler bereits kommissarisch geleitet. Roos berichtet direkt an Tom Bernardin. Der Worldwide Chairman und CEO von Leo Burnett erklärt: "Persönlich bedauere ich die Entscheidung von Franz-Josef Rensmann sehr. Aber ich habe großen Respekt vor seiner Haltung." mam/si

Meist gelesen
stats