Kritik an PR-Ausschreibung von Hamburg

Donnerstag, 17. Juli 2008
Imagebroschüre Hamburg
Imagebroschüre Hamburg

In Agenturkreisen sorgt eine Etatausschreibung von Hamburg Marketing für Kopfschütteln. Die Standortmarketinggesellschaft sucht eine Agentur für die Entwicklung eines Kommunikations- und PR-Konzepts für die Marke Hamburg, das in der Metropolregion Hamburg umgesetzt werden soll. Das Konzept soll im August abgestimmt und erste Maßnahmen ab September sichtbar werden. Das Ende der Kampagne ist für Juni 2009 vorgesehen. Insgesamt steht ein Budget von 80.000 Euro zur Verfügung. Die Zahlung eines Pitchhonorars für die teilnehmenden Agenturen ist bislang nicht eingeplant.

In PR- und Werbeagenturkreisen ärgert man sich nicht nur über das Fehlen einer Aufwandsentschädigung für die Pitchteilnahme. Auch die eigentliche Aufgabenstellung - vor allem die Rolle der Metropolregion Hamburg, die sich neben der Hansestadt zusammensetzt aus acht niedersächsischen, sechs schleswig-holsteinischen und dem mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust - der veranschlagte Kampagnenzeitraum sowie die dafür veranschlagte Budgethöhe stehen in der Kritik. "Ich habe in meinen über 40 Berufsjahren nur selten ein so abstruses und dilletantisches Briefing gesehen", schimpft Martin Grudzinski, Ex-McCann-Geschäftsführer und heute Partner des Beraterkollegiums für Marketing und Kommunikation Bellealliance in Hamburg.

Viele große Agenturen haben die Teilnahme an der Ausschreibung bereits abgelehnt. Auch der PR-Agenturenverband GPRA hat sich eingeschaltet. Verbandspräsident Dietrich Schulze van Loon hat einen Brief an den Geschäftsführer von Hamburg Marketing Thosten Kausch geschrieben, in der er die Kritik der GPRA begründet. Ein erstes Ergebnis hat die Intervention offenbar schon gebracht: Anfang kommender Woche trifft sich Schulze van Loon mit Kausch um über die Ausschreibung zu sprechen. "Wir nehmen die Kritik ernst und sind offen für Verbesserungsvorschläge", sagt Kausch gegenüber HORIZONT.NET. Das relativ knapp bemessene Budget begründet er damit, dass zum jetzigen Zeitpunkt "einfach nicht mehr drin gewesen ist". 

Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an dem Wettbewerb endet am 25. Juli. Interessierte können sich die Unterlagen hier herunterladen.
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