Kreativranking Bewegtbild: Stink verdrängt Markenfilm von der Pole Position

von Bärbel Unckrich
Mittwoch, 03. August 2011
Nils Schwemer hat es mit seiner Produktionsfirma Stink erstmals auf Platz 1 geschafft
Nils Schwemer hat es mit seiner Produktionsfirma Stink erstmals auf Platz 1 geschafft

Veränderung an der Spitze des Kreativrankings der besten deutschen Werbefilmproduktionen: Die Berliner Produktionsfirma Stink erobert den 1. Platz und schubst Branchenprimus Markenfilm damit nach fünf Jahren vom Thron. Diesen Erfolg hat das Team vor allem dem preisgekrönten Hornbach-Spot „Faces" zu verdanken, der in der Award-Saison 2010/11 zu den am meisten prämierten deutschen Werbefilmen zählte (Agentur: Heimat, Berlin). Den 3. Platz kann die Berliner Produktionsfirma Big Fish verteidigen. Von ihr stammt der filmische Beitrag zur preisgekrönten Mercedes-Benz-Kampagne „Meister vs. Meister" (Agentur: Scholz & Friends). Auf den Rängen 4 und 5 folgen die ebenfalls in Berlin ansässigen Firmen Radical Media und Film Deluxe.

Horizont hat die Kriterien für das Kreativranking dieses Jahr überarbeitet, um dem 360-Grad-Anspruch der deutschen Bewegtbildproduzenten besser gerecht zu werden. So wurden erstmals nicht nur reine Werbefilmkategorien gewertet, sondern alle Bereiche, in denen Bewegtbild maßgeblich zum Erfolg der Kampagne beigetragen hat. „Unsere Rolle als Filmproduktion bei der Umsetzung von integrierten Kampagnen ist eine neue. Wir sind nun ein Teil einer Kampagne und nicht mehr die Kampagne selbst. Da Bewegtbild aber immer noch der Emotionsträger Nummer 1 ist, spielen wir in vielen Fällen eine entscheidende Rolle", erklärt Markenfilm-Chef Florian Beisert.

Im Ranking fällt auf, dass mit Stink, Radical Media, Partizan und Czar gleich vier Networkfirmen unter den Top 20 vertreten sind. Stink-Chef Nils Schwemer ist überzeugt, dass die kreative Qualität seiner Arbeiten von der internationalen Anbindung zu den Kollegen in London, Paris und Shanghai profitiert. „Wir können auf sehr gute Regisseure zugreifen, die wir exklusiv vertreten. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen deutschen Produktionsfirmen, die internationale Regiestars häufig nur vermitteln, aber keine exklusive Bindung zu ihnen haben." Erst durch die enge Zusammenarbeit mit den eigenen Regisseuren und dem damit verbundenen Vertrauensverhältnis entstehe eine besondere Qualität.

Letzteres unterstreicht auch Christiane Dressler von Radical Media: „Die kreative Auseinandersetzung und ungefilterte Zusammenarbeit mit den Regisseuren führt zu besseren Ergebnissen."

Trotzdem dürfe man nicht verpassen, sich ein deutsches Portfolio aufzubauen, denn einheimische Talente würden von den Agenturen immer stärker nachgefragt. Das bestätigt auch Big-Fish-Geschäftsführer Uwe Spiller: „Deutsche und junge Regisseure bekommen wieder vermehrt eine Chance." bu

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT 31/2011 vom 4. August

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