Ketchum Pleon baut Personal ab / BBDO-Tochter plant Umstrukturierung

Donnerstag, 01. Dezember 2011
Agenturchef Dirk Popp
Agenturchef Dirk Popp

Die PR-Agentur Ketchum Pleon trennt sich von Mitarbeitern. Nach Informationen von HORIZONT.NET müssen rund 20 Mitarbeiter die BBDO-Tochter verlassen. CEO Dirk Popp bestätigt den Personalabbau, wollte zunächst allerdings nicht von Kündigungen sprechen. Inzwischen räumt er ein, dass es auch Kündigungen gibt. Zur Größenordnung und welche Standorte betroffen sind, will er sich nicht äußern. Popp begründet den Schrumpfungsprozess damit, dass man dabei sei, die Agentur neu aufzustellen. In diesem Kontext habe man sämtliche Bereiche durchleuchtet und überprüft, wo es Verbesserungpotenzial gibt. Daneben liegt aber auf der Hand, dass es auch um Kosteneinsparungen geht. "Wir wollen die Performance der Agentur in allen Dimensionen verbessern. Das bezieht sich auf unsere Beratung, Services und Produkte genauso wie auf die Wirtschaftlichkeit", räumt Popp ein.

Der langjährige unumschränkte PR-Marktführer ist zuletzt immer stärker unter Druck geraten. Die Konkurrenz hat aufgeholt. Agenturen wie Scholz & Friends, Fischer-Appelt und Serviceplan haben ihre Stellung deutlich verbessert. Mit ihrem Angebot sind sie sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter eine Alternative, die früher naturgemäß zu Ketchum Pleon beziehungsweise den Vorgängeragenturen (Kohtes Klewes, ECC, Pleon) gegangen sind. Nicht zuletzt die Veränderungen in der Agentur nach der Fusion mit Ketchum haben dazu geführt, dass sich die eine oder andere Führungskraft neu orientiert hat.

Das künftige Modell sieht laut Popp eine Konzentration auf zwei Säulen vor: Auf der einen Seite das sogenannte Volumen-Modell, wo es nicht zuletzt darum geht, zu welchem Preis die Leistungen angeboten werden - und auf der anderen Seite das Consulting-Geschäft mit vergleichsweise hochpreisigen Beratungsleistungen. Ausdrücklich ausgebaut werden soll hier zum Beispiel das Segment Public Affairs.

Hier gibt es derzeit allerdings keinen Hauptverantwortlichen mehr, nachdem der bisherige Public-Affairs-Kopf Cornelius Winter die Agentur verlassen musste. Laut Auskunft von Popp laufen derzeit Gespräche mit potenziellen Nachfolgern. Darüber hinaus kündigt der CEO Investitionen in ein weiteres Angebotsfeld im Consulting-Bereich an, das er aber noch nicht genauer spezifizieren will. mam 
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