Kemper Trautmann verzichtet 2010 auf Teilnahme an Kreativwettbewerben

Freitag, 06. November 2009
Pfeifen 2010 auf Awards: André Kemper (links) und Michael Trautmann
Pfeifen 2010 auf Awards: André Kemper (links) und Michael Trautmann

Die Hamburger Agentur Kemper Trautmann kündigt an, im kommenden Jahr an keinem Kreativwettbewerb teilzunehmen. Als Grund nennt die Agentur, die Investitionen für Award Shows lieber in den Ausbau der Gruppe stecken zu wollen. Vorangetrieben werden soll die Entwicklung des Online-Angebots - durch Ausbildung, neue Talente und die Etablierung entsprechender Strukturen. "In unseren Genen liegt es, sich permanent zu verbessern. Auch 2010 werden wir das tun und dabei einen besonderen Fokus auf die Digitalisierung legen", sagt Co-Gründer Michael Trautmann.

André Kemper: Wir glauben nach wie vor an die Bedeutung von Kreativ-Awards und stellen sie grundsätzlich nicht in Frage.“
Dass der vorübergehende Ausstieg vor allem als Sparmaßnahme zu sehen ist, weist die Agentur zurück. Kemper Trautmann betont seine Wachstumsraten - nicht zuletzt am Standort Berlin. Dort will man Ende des Jahres ein neues, größeres Büro beziehen. Derzeit arbeiten in der Hauptstadt 14 Mitarbeiter für die Agentur. Die gesamte Agentur konnte 2008 um rund 30 Prozent auf einen Honorarumsatz von 9,2 Millionen Euro zulegen. Auch im Krisenjahr 2009 rechnet die Agentur mit einem Plus.

Ein dauerhaftes "Nein" zu Awards ist mit der jetzigen Maßnahme ohnehin nicht verbunden. "Wir glauben nach wie vor an die Bedeutung von Kreativ-Awards und stellen sie grundsätzlich nicht in Frage. Im nächsten Jahr werden wir jedoch das Budget in die Entwicklung der Agentur und ihrer Talente investieren", sagt Kreativchef André Kemper.

Kemper Trautmann ist nicht die erste Agentur, die sich vorübergehend von Kreativwettbewerben zurückzieht. 2006 war Springer & Jacoby diesen Weg gegangen - wenn auch aus anderen Motiven als jetzt Kemper Trautmann. Die einstige Vorzeigeadresse steckte schon damals in der Krise. In diesem Jahr nimmt Nordpol nicht an Award Shows teil und konzentriert sich auf die Etablierung ihrer neuen Tochter Interpol.

Inwieweit andere Agenturen dem Vorbild von Kemper Trautmann folgen, bleibt abzuwarten. Ende letzten Jahres hatten auf Anregung unter anderem von Grabarz & Partner schon einmal mehrere Agenturen erwogen, nicht mehr bei Wettbewerben einzuschicken.   mam
Meist gelesen
stats