Jung von Matt und Art + Com führen Event-Ranking an

Donnerstag, 15. Juli 2010
Ausgezeichnete Kommunikation im Raum: Die Kinetische Figur von Art + Com
Ausgezeichnete Kommunikation im Raum: Die Kinetische Figur von Art + Com

Das Ranking der Agenturen für Live-Kommunikation hat in diesem Jahr erstmals zwei Gewinner: Jung von Matt/Relations und Art + Com. Hintergrund: Die Bereiche Eventmarketing und Kommunikation im Raum (KiR) werden in diesem Jahr zum ersten Mal getrennt ausgewiesen.

Eine Entscheidung, die von Agenturvertretern überwiegend positiv bewertet wird: "Um eine realistische Spiegelung des Stellenwerts unserer Arbeit zu erzeugen, macht es keinen Sinn, KiR-Agenturen mit sehr viel schnelleren Werbeträgern wie 2D-Kampagnen im selben Ranking zu vergleichen", so Guido Mamczur, Geschäftsführer und Kreativdirektor der D'Art Design Gruppe. Auch Matthias Kindler, Geschäftsführer der Münchner Agentur The Companies, beurteilt den Schritt als eine "sehr gute Entscheidung, die längst überfällig war".

Die differenziertere Evaluation der Agenturen bringt für 2009 zwei eindeutige Gewinner hervor: Im Bereich Kommunikation im Raum führt Art + Com aus Berlin mit stolzen 216  Punkten das Ranking an, das sie vor allem den hohen Prämierungen bei Awards wie dem ADC und dem D&AD verdankt. Platz 2 belegt die Stuttgarter Agentur Atelier Brückner, die in sechs verschiedenen Wettbewerben Preise mit nach Hause nahm und so auf 94 Punkte kommt. Mit 32 Punkten landet Jangled Nerves, ebenfalls Stuttgart, auf dem 3. Platz.

Noch deutlicher fällt das Ergebnis im Bereich Eventkommunikation aus: Hier kann Jung von Matt/Relations mit 136 Punkten fast dreimal so viele Punkte verbuchen wie die zweitplatzierte Agentur Insglück (48 Punkte), dicht gefolgt von The Companies mit 44 Punkten.

Die Top Ten der Agenturen für Live-Kommunikation (Anklicken zum vergrößern)
Die Top Ten der Agenturen für Live-Kommunikation (Anklicken zum vergrößern)


Lesen Sie auf den nächsten Seiten, was die Branchenvertreter zu dem neuen Ranking für Live-Kommunikation sagen

Das komplette Ranking der Event-Dienstleister und Agenturen für Kommunikation im Raum finden Sie hier

Lutz Nebelin und Joachim Kortlepel, Geschäftsführende Gesellschafter Jung von Matt/Relations, Köln

Lutz Nebelin (l.) und Joachim Kortlepel
Lutz Nebelin (l.) und Joachim Kortlepel
Ende letzten Jahres wurde beschlossen, die Kreativ-Ranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung? 
Im Moment eine richtige Entscheidung. Eine Entscheidung, die insbesondere für Kunden eine bessere Orientierung bietet, wer was macht und wirklich gut kann. Eine Entscheidung, die aber bei der rasanten Entwicklung des Marktes und der stärkeren Verschmelzung von Disziplinen in drei Jahren obsolet sein wird.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Joachim Kortlepel: Wir glauben daran, dass es heute und in der Zukunft in der Kommunikation mehr und mehr darum geht, begeh- und erlebbare Marken- und Produktplattformen zu schaffen. Ein Event ist heute mehr denn je ein wichtiger Baustein einer Plattform bzw. einer Kampagne. Er dient mittlerweile heute viel stärker als Content-Lieferant. Deshalb haben sich auch die inhaltlichen Anforderungen an einen Event verändert.

Lutz Nebelin: Gute Events überzeugen heute durch Multi-Funktionalität, Multi-Optionalität und Multi-Medialität. Multi-Funktionalität bedeutet: Sie sind skalierbar einzusetzen im Kommunikationsmix. Multi-Optionalität meint die nahezu uneingeschränkte Möglichkeit, an ihnen teilzuhaben, ohne live dabei gewesen zu sein. Die Multi-Medialität bezieht darauf, sie so zu konzipieren, dass sie über alle anderen relevanten Kanäle integriert verwertet werden.

Detlef Wintzen, Geschäftsführer Insglück, Berlin

Detlef Wintzen
Detlef Wintzen
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Zwar arbeiten diese Bereiche oft in der Realisation von Kommunikationsmaßnahmen zusammen, werden aber in 90 Prozent aller Fälle von unterschiedlichen Anbietern bestückt. Agenturen die eine starke Ausrichtung auf KiR haben sind selten als starke Anbieter in der Live-Kommunikation zu finden und umgekehrt. Daher macht diese Trennung zu hundert Prozent Sinn, zudem schärft sie zusätzlich die Wahrnehmung für beide Bereiche auf Kundenseite. 

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Als Trend ist ein stärkeres Verschmelzen der unterschiedlichen Kommunikationsdisziplinen verstärkt. Klassische Elemente, Online-Themen, Social Community, KiR, Ambient und die Livekommunikation verschmelzen immer stärker und werden auch als Kompetenz von den Agenturen gefordert. Die Kreativen, die als Allrounder die Klaviatur in allen Kommunikationsfeldern spielen können sind klar im Vorteil.

 

Matthias Kindler, Geschäftsführer The Companies, München

Matthias Kindler
Matthias Kindler
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Eine sehr gute Entscheidung, die überfällig war. Event und Kommunikation im Raum sind zwar verwandte Bereiche, es gibt aber auch große Unterschiede. Und es gibt Agenturen, die sich nur auf das eine oder andere spezialisiert haben. 

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Das Thema Kreativität ist in der Branche angekommen, das war vor fünf Jahren noch nicht so. Das ist ein begrüßenswerter Trend, die konzeptionelle und ästhetische Qualität von Events wird steigen.

Stephan Schäfer-Mehdi, Geschäftsführer Vok Dams, Wuppertal

Stephan Schäfer-Mehdi
Stephan Schäfer-Mehdi
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Ich habe diese Entscheidung mit forciert. Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen. In der Marketingkommunikation sollte man nicht alles in ein Ranking werfen. Es wird aber immer noch in Kategorien gedacht. Es gibt relativ wenige, die beides machen. Wir sind Konzeptioner, die anderen sind Architekten und Designer. 

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Es kommt wieder stärker auf die Botschaft an. Es gibt eine Reduktion aufs Wesentliche und deutlich mehr Brot-und-Butter-Geschäft. Umso einfacher wird es, mit kreativen Ideen herauszustechen. 

Jörg Krauthäuser, Geschäftsführender Gesellschafter Facts+Fiction, Köln

Jörg Krauthäuser
Jörg Krauthäuser
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Ich empfinde es als Rückschritt. "Live" sollte mehr gesamtheitlich betrachtet werden. Bei den Klassikagentur-Rankings oder den Direktagentur-Rankings gibt es auch keine Rangliste "Bester Spot"-, "Beste Anzeigen"- oder "Beste Mail"-Agentur.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Ein noch stärkeres "Andocken" der Konzeption an Markenwerte oder Produktaussagen; Eine zunehmende Verbindung von Content und Erlebnis; Qualität geht vor Quantität.

Joachim Sauter, Vorstand Art + Com, Berlin

Joachim Sauter
Joachim Sauter
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Sehr richtig: Die Äpfel in den Apfelkorb und die Birnen in den Birnenkorb.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Momentan erleben wir eine Renaissance des realen Raumes als Reaktion auf bald 20 Jahre Kommunikation im virtuellen Raum des Internets. Es scheint eine Sehnsucht zu geben die isolierte Situation vor Tastatur und Monitor von Zeit zu Zeit zu verlassen und gemeinsam mit anderen Menschen Information im realen Raum eines Museums, eines Showrooms oder Brand Spaces, einer Messe oder einer Veranstaltung zu erleben. Dies hat zu signifikanten Besucherzuwächsen in all diesen erzählerischen Räumen geführt (und auch zu Budgetumschichtungen).

Uwe R. Brückner, Kreativdirektor Atelier Brückner, Stuttgart

Uwe R. Brückner
Uwe R. Brückner
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Gute Entscheidung: So haben auch seriöse Ausstellungsprojekte und permanente Markeninszenierungen eine Chance, sich im Ranking zu finden.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen?  
Dem Hype um interaktive Medien wird wieder eine Rückbesinnung auf das Analoge folgen. Derzeit zeigt sich ein Trend von interaktiven zu reaktiven Systemen. Die Zielgruppe 50+ rückt verstärkt in den Fokus - an Themen sind es: Energie, Environment und Responsability.

Thomas Hundt, Jangled Nerves, Stuttgart

Thomas Hundt
Thomas Hundt
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Das halte ich für gut, da sich diese Bereiche deutlich unterscheiden, auch wenn sie häufig ähnliche Mittel einsetzen.


Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Ich glaube nicht, dass das ein Trend ist, aber die Authentizität ist immer eine gute Basis für die Kommunikation im Raum.

 

Guido Mamczur, Kreativdirektor und Geschäftsführer der D'art Design Gruppe GmbH, Neuss

Guido Mamczur
Guido Mamczur
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?

Die Entscheidung beweist, dass die Wichtigkeit von Kommunikation im Raum als eigenständiges Marketing-Element verstanden wurde. Um eine realistische Spiegelung des Stellenwertes unserer Arbeit zu erzeugen, macht es keinen Sinn, KiR-Agenturen mit sehr viel schnelleren Werbeträgern wie 2D-Kampagnen in ein und demselben Ranking zu vergleichen.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen?   
Eine deutliche Entwicklung ist die zunehmend ernsthaftere Auseinandersetzung mit den traditionell "dunklen Seiten" der Branche: Nachhaltigkeit, Wiederverwendung, verantwortlicher Umgang mit den Ressourcen sind immer noch ganz oben auf der "To do-Liste". Hier ist sicher eine deutliche Entwicklung im Bereich der temporären Architektur zu verzeichnen. Die allgemeine Krise funktioniert hier als ein starker Katalysator, um aus zarten Ideen konkrete Maßnahmen werden zu lassen. Als konkretes Beispiel könnte vielleicht unser Projektpilot-Messestand aus über 8.000 Pappröhren (Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2010) gelten oder auch die Bread+Butter Winter 2010, bei der wir den adidas Originals-Stand mit Schläuchen umhüllten, die üblicherweise der Verlegung von Kabeln dienen.

Peter Ippolito, Ippolito Fleitz Group, Stuttgart

Peter Ippolito
Peter Ippolito
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Wir profitieren davon. Wir sind keine Eventspezialisten. Wir glauben aber die Entscheidung macht nicht immer Sinn. Eigentlich treten wir immer für Konzepte und Umsetzungen ein, die möglich viele Disziplinen verbinden. Wir wissen aber natürlich auch, dass die Herangehensweise in diesen beiden Disziplinen sehr konträr sein kann. Die Lebenszeit eines Events kann beispielsweise nur wenige Stunden betragen. Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wie profilscharf in diesen Disziplinen gedacht wird oder gedacht werden kann.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen?
Es gibt keinen Trend, wie gute Werbung funktioniert. Das gilt auch für die Kommunikation im Raum. Alles muss der Idee folgen, die aus der Marke kommt. Demnach kann man sich auch nicht völlig losgelöst in Materialien oder Ähnlichem festlegen. Wir sind hier immer völlig offen.  Themen müssen sich am Besucher des Raumes ausrichten. Es bringt nichts, jemandem etwas aufzuzwingen. Anzeigen kann man umblättern - Räume kann man verlassen.... 

 

Michael Keller, Managing Partner, KMS Team, München

Michael Keller
Michael Keller
Ende letzen Jahres wurde beschlossen, die Kreativranglisten für die Bereiche Event und Kommunikation im Raum separat auszuweisen. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Uns geht es immer darum, Marken zu aktivieren. Events und Kommunikation im Raum sind dabei zentrale Elemente unserer Arbeit. Unabhängig von Wettbewerbskategorien betrachten wir es als übergreifende Aufgabe.

Können Sie einen Trend in der Live-Kommunikation ausmachen? 
Die Gewerke zwischen Inhalt und Architektur verwachsen. Architektur ist eine sehr alte Disziplin und traditionell statisch fest. Doch sie lässt sich an das Leben und damit an die Mobilität anpassen. Architektur an sich wird mobil. Das mobile, modulare Ausstellungskonzept »Weltholz on tour« ist Ausdruck dieser Erkenntnis. Der Mensch geht nicht mehr länger zur Messe, die Messe kommt zum Menschen. Das Ausstellungskonzept haben wir für Weltholz - die Importmarke von Deutschlands größtem Holzhändler Klöpfer - entwickelt.

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