Jung von Matt ohne Heumanns - Wirbel um interne Mail von Co-Gründer von Matt

Montag, 19. Dezember 2011
Auch Wolf Heumann steigt aus
Auch Wolf Heumann steigt aus

Die Vorzeigeagentur Jung von Matt (JvM) kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Wirbel um den geplanten Wechsel der beiden Vorstände Karen Heumann und Armin Jochum zu Wettbewerber Kemper Trautmann, gibt es nun den nächsten Abgang eines Top-Mitarbeiters. Wolf Heumann, Geschäftsführer Kreation bei JvM/365 (früher JvM/Elbe), hat seinen Vertrag gekündigt. Das bestätigt er auf Anfrage, will sich zu den Gründen allerdings nicht äußern. Nur so viel: "Es war der richtige Zeitpunkt, bei Jung von Matt zu gehen." Was damit gemeint ist, lässt er offen. Der eigentliche Grund liegt jedoch auf der Hand. Offenbar sieht Heumann nach einer internen Mail von Co-Gründer Jean-Remy von Matt an alle Mitarbeiter, in der er sich mit dem Ausstieg von Heumanns Frau Karen beschäftigt, keine Vertrauensbasis mehr für eine weitere Zusammenarbeit.

In dem offenen Brief kritisiert von Matt unter anderem die Modalitäten der Trennung von der Strategiechefin. Die Agentur und die 46-Jährige haben sich darauf geeinigt, dass sie Ende des Jahres ausscheidet, ihr Grundgehalt aber noch bis Ende März 2012 bezieht. Dieser Regelung hat auch der Aufsichtsrat zugestimmt, dem unter anderem Co-Gründer Holger Jung angehört.

Der vor kurzem von Karen Heumann gekündigte Vertrag läuft noch bis Ende Juni. Zunächst war geplant, dass sie ihren Vertrag erfüllt - und auch weiter ihr volles Gehalt bezieht. Scheinbar wurden aber keine Tätigkeiten mehr gefunden, für die man sie einsetzen wollte beziehungsweise konnte. Seit heute ist sie offiziell nicht mehr im Büro. Anders stellt sich die Situation bei Jochum dar. Der Kreativvorstand soll seinen Vertrag erfüllen und sich bis Ende Juni um das Award-Geschäft von JvM kümmern.

Ein seltsames Licht wirft die interne Mail von Matts auf sein Verhältnis zu CEO Peter Figge. Dem Vernehmen nach war der offizielle Agenturchef nicht über den Inhalt des Schreibens informiert. Aus Agenturkreisen ist zu hören, dass viele Mitarbeiter sich von dem Papier, in dem Karen Heumann auch persönlich angegriffen wird, distanzieren. Der Brief kursiert inzwischen auch außerhalb der Firma.

Fest steht: Die Vorgänge sind nicht gerade dazu angetan, JvM wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Auch die Kündigung von Wolf Heumann ist ein weiterer Schlag. Der Kreative gehört seit Jahren zu den wichtigen Führungskräften der Agentur. Wann er geht, steht nocht nicht fest. Offiziell heißt es, er werde bleiben bis ein Nachfolger gefunden ist. mam 
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