Jung von Matt attackiert BBDO

Montag, 12. Januar 2004

Zoff zwischen der Hamburger Agentur Jung von Matt (JvM) und Branchenprimus BBDO in Düsseldorf. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wirft die Agentur von GWA-Chef Holger Jung dem Wettbewerber unlauteres Verhalten vor. Dem Bericht zufolge soll BBDO dem JvM-Kunden Sixt angeboten haben, drei Jahre lang kostenlos für ihn zu arbeiten und sich an der Abfindung für JvM zu beteiligen.

In einer Presseerklärung weist BBDO die Vorwürfe als "üble Nachrede" zurück. Kreativchef André Kemper räumt zwar ein, dass Sixt ein "kreatives Angebot" mit günstigen Konditionen unterbreitet wurde. So sollte ein Juniorenteam für Sixt arbeiten. Zudem war angedacht, Agenturleistungen mit Leistungen des Autovermieters, über den BBDO sein Flottenmanagement abwickelt, zu verrechnen. Von kostenloser Arbeit oder einem Herauskaufen aus laufenden Verträgen könne jedoch keine Rede sein.

Auch Sixt-Vertriebsvorstand Hans-Ulrich Sachenbacher will von einem solchen Angebot nichts wissen. "Das war kein Thema", erklärt er gegenüber HORIZONT.NET. Allerdings räumt er ein, dass es Gespräche mit der Consulting-Tochter von BBDO gegeben habe, die bereits für Sixt arbeitet. Dabei sei es um eine Dachmarkenstrategie für die einzelnen Labels wie Sixt Rent-a-Car, Sixt-Leasing, E-Sixt und Sixt Travel gegangen.

Jung von Matt erwägt nun, juristische Schritte einzuleiten. Zudem soll der Fall vor den GWA-Ältestenrat gebracht werden. Das Gremium kann Verstöße gegen die GWA-Grundsätze mit dem Ausschluss aus dem Verband ahnden. Das wäre eine Ohrfeige für die designierte BBDO-Führung Hubertus von Lobenstein und André Kemper. Sollten sich die Vorwürfe nicht bestätigen, dürfte GWA-Boss Holger Jung erheblichen Schaden nehmen. BBDO-Chef Rainer Zimmermann, Stellvertreter von Jung beim GWA, geht bereits zum Gegenangriff über: "Ich bin es von Holger Jung nicht gewohnt, dass er zu Methoden der Diskreditierung greift, um einen Wettbewerber abzuwehren." ems/mam
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