Jochum-Wechsel sorgt für Spekulationen

Donnerstag, 28. August 2008
Armin Jochum
Armin Jochum

Der für Anfang 2009 geplante Einstieg des BBDO-Topkreativen Armin Jochum zu Jung von Matt (JvM) sorgt für Wirbel. Vor allem für BBDO dürfte der Schritt ein herber Rückschlag sein. Der Kreativchef des Stuttgarter Büros galt als Schlüsselfigur in den Plänen von Holding-Chef Anton Hildmann zur Revitalisierung der Gruppe. Auf der anderen Seite wollen einige Wettbewerber den Wechsel Jochums als Vorboten für einen mögliche Übernahme von JvM durch BBDO interpretieren. Diese Option scheint allerdings vom Tisch, nachdem die Gespräche darüber abgebrochen wurden.

Die Personalie Jochum sorgt indes auch bei JvM für Gesprächsstoff. Vor allem Kreativvorstand Oliver Voss dürfte sich Gedanken machen. Insider sehen die Verpflichtung des BBDO-Kreativen als Warnschuss für Voss. Dieser habe zuletzt in der Kritik gestanden, weil er sich zu wenig um die Agentur und zu sehr um eigene Projekte gekümmert habe, heißt es aus dem Umfeld der Agentur. Manche sprechen schon vom "Anfang vom Ende" der Zusammenarbeit.

Kreativchef Jean-Remy von Matt stärkt Voss jedoch den Rücken - zumindest vorerst. "Die Doppelfunktion von Oliver war unglücklich, wie es Doppelfunktionen meistens sind. Das lösen wir jetzt ganz in Olivers Sinn. Wenn das ,den Anfang vom Ende` bedeuten würde, wäre das sehr schade, weil Oliver seit vielen Jahren starke Kampagnen und sehr viel Inspiration in die Agentur bringt", so von Matt. Nach einem Treueschwur klingt das jedoch nur bedingt, auch wenn von Matt unterstreicht, dass es in der Gruppe so viel zu tun gebe, dass ihm mehr Entlastung durch Voss sehr gelegen komme.

Dass man bei JvM größere Pläne mit dem Neuzugang hat, deutet der Hinweis auf seinen Unternehmergeist in der Pressemitteilung an. Jochum habe bewiesen, dass er eine Agentur auch unternehmerisch zum Erfolg führen kann, heißt es dort. Der 40-Jährige selbst hält sich bedeckt. "Ich möchte jetzt mit aller Leidenschaft und energie meinen neuen Job antreten. Alles Weitere hängt davon ab, wie sich die Dinge entwickeln." mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 35/2008 vom 28. August.

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