JWT baut Geschäft im Netzwerk aus

Freitag, 14. März 2008
Sichert sich weitere Aufgaben: Möglichmacher Till Wagner
Sichert sich weitere Aufgaben: Möglichmacher Till Wagner
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JWT in Frankfurt hat sich weitere Aufgaben innerhalb des internationalen Networks gesichert. So ist die WPP-Tochter nun Kreativ-Hub für Europa bei Knorr und betreut unter anderem die Suppen-Range der Unilever-Marke in bis zu 14 europäischen Ländern. Auch das Geschäft mit Mazda konnte die Agentur ausbauen und ist nun vom Standort Düsseldorf aus in insgesamt 34 Ländern verantwortlich - neu dazugekommen sind Polen und die Türkei.  "Unser Exportanteil ist sehr hoch", sagt Till Wagner. Mit dieser Rechnung will der CEO und Möglichmacher das Vorurteil entkräften, vor allem Kampagnen von Netzwerkschwestern zu adaptieren.

Eine Möglichkeit, mehr Geschäft nach Deutschland zu holen, ist für die Agentur, in internen Pitches zu überzeugen. Auf diesem Weg hat JWT Frankfurt beispielsweise die Marke Knorr Vie geholt, die früher von Amsterdam aus betreut worden ist. Auch die kreative Verantwortung für Philadelphia in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Ungarn liegt mittlerweile in den Händen der Frankfurter. Bislang wurde von Deutschland aus lediglich beraten, die Kreation stammte aus London.

Trotz dieser Erfolge war 2007 kein gutes Jahr für JWT. Wegen der Aufgabe des Hamburger Standortes war das Ergebnis "nicht so rosig wie erhofft", erklärt Wagner. Nähere Auskünfte gibt er wegen des Sarbanes-Oxley-Acts nicht. Die Integration der Niederlassung hat sich allerdings nicht nur finanziell ausgewirkt, auch den Verlust des Miracel-Whip-Etats und den Absturz im HORIZONT-Kreativranking von Platz 17 auf Platz 30 erklären sich Wagner und sein Kreativ-Partner Mike Ries vor allem damit, dass die volle Konzentration der Agentur von der Hamburg-Schließung beansprucht wurde.

Für 2008 gibt sich Wagner optimistisch. Neben Mazda, Unilever und Kraft hat JWT in den vergangenen Monaten auch Etats von Nokia, Hohes C Naturelle und Hein Gericke gewonnen, für die weitere Aufgaben anstehen. Außerdem hat sich die Agentur-Tochter Engage das PoS-Geschäft von Stammkunden Vodafone gesichert. Vor allem für die Betreuung von Nokia, Unilever und Kraft hat JWT 29 neue Mitarbeiter eingestellt. Zehn weitere Stellen sind noch offen. Das liegt zum Teil auch daran, dass von den ehemals 32 Mitarbeitern in Hamburg nur vier an den Main gewechselt sind. Aktuell beschäftigt die Agentur im Kern rund 170 Mitarbeiter.

Weniger zufrieden ist Wagner mit dem nationalen Geschäft. "Unsere Verwandlungsquote in Pitches ist noch zu niedrig", sagt der CEO. Deutsche Kunden wünscht er sich auch deshalb, um das Profil von JWT vor Ort zu schärfen, das im vergangenen Jahr durch die Schließung von JWT Hamburg, den Weggang von Chief Strategic Officer Oliver Blecken und Etatverlusten wie Miracel Whip und CMC Markets gelitten hat.
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