"It is fu.....ing special": Arno Lindemanns erster Jurytag in Cannes

Donnerstag, 13. Juni 2013
Jurydinner doch allein im Flieger?
Jurydinner doch allein im Flieger?
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Mittwoch, 12. Juni

Wir hatten dann doch noch Glück! Nachdem man stundenlang wartend schon im Flieger saß, durften wir dann trotz streikender Flutlotsen abheben.

Andere hatten da weniger Glück. Den Vogel abgeschossen hat ein Kollege aus Kapstadt, der insg. 36 Stunden unterwegs war und dabei ziemlich viele von Europas Flughäfen kennenlernen durfte. Letztendlich musste er in Italien landen und dann mit dem Bummelzug und den Rest per Taxi zurücklegen. Dann endlich am Palais angekommen, sofort in die Jury und die ersten 250 Arbeiten anschauen. Ohne Dusche & ohne neue Unterhosen, denn natürlich ist sein Gepäck auf der Strecke geblieben. "La vie en rose" und erst 10 Stunden später heisst es endlich "La vie en Rosé" auf der Carlton Terrasse!

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Am ersten Morgen stellen wir erstmal die Verluste fest: 1/3 der Jury-Member haben es nicht pünktlich geschafft. Unsere Jury kann trotzdem starten. Auf 3 Dinge sollen wir besonders achten, wie uns unser Jury-Präsdident Rob Schwartz (TBWA/ NY) erklärt:

1. "Damn! I wish I did this!"
2. "you must feel something (at least) while watching"
3. "We set the bar here - so look for iconic work"

Außerdem erinnert er uns noch daran, dass es eine wirkliche Ehre ist, hier bei dem 60igsten Geburtstag mit dabei sein zu dürfen. "It is fu.....ing special to be a judge here!" Derweil muss ich immer auf das neu designte Logo für den Cannes-Löwen 2013 schauen und frage mich, warum der Löwe so weit aufgerissene Augen hat.

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Ist er in einen Nagel getreten? Ist das beabsichtigt? Ich denke mir, der Illustrator hat sich einen Scherz gemacht und läuft derweil breit grinsend über die Croisette. Die Idee mag ich sehr!

Dann geht es ab in die sogenannten Juryräumen. Das sind oben offene, nur mit Stoff abgetrennte kleine Bereiche, wo man sich um einen Monitor herumsetzt und jedes Wort von der Nachbardokumentation mit anhören muss. Das sind übrigens so "Buzzwörter und -begriffe" wie

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"We don't create an idea, we create a movement!"
oder
"...and then we put it even a step further!"
oder auch gern genommen
"...it was spread like wildfire!"

Abgesehen davon gab es bei uns am ersten Tag einen klaren Trend zu erkennen - VENDING MASHINES! Sehr viele Arbeiten benutzten preparierte Automaten vor denen man entweder tanzen, lachen, Sport machen oder sogar seine alte Pornosammlung loswerden sollte. Im Gegenzug gab es dann meistens Drinks oder auch mal ein Deo. Letzteres können wir dann alle am Ende des ersten Tages auch gebrauchen.

Auf zum late night Rosé - was muss, das muss!



Fotos: Arno Lindemann
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