Innovation Lions: Erster Grand Prix geht an Open-Source-Plattform Cinder

Mittwoch, 19. Juni 2013
Der Grand Prix geht an die Open-Source-Technologie Cinder
Der Grand Prix geht an die Open-Source-Technologie Cinder

Das Ergebnis in der Kategorie Innovation wurde zu Recht mit Spannung erwartet. Immerhin erhebt die neu geschaffene Kategorie den Anspruch, durch die Kür der besten Verbindungen von Ideen und Technologie zu einer weiteren Königsklasse an der Croisette zu werden. Das wollten die Organisatoren der Cannes Lions auch nach außen demonstrieren und verpflichteten keinen geringeren als David Droga für die Leitung der insgesamt zehnköpfigen Jury. Und die bewertete ausgesprochen streng: Von den 25 Projekten auf der Shortlist wurden lediglich vier mit einem der neuen Löwen ausgezeichnet. Darunter ist auch ein Grand Prix. Das erste Exemplar seiner Art geht an die New Yorker Barbarian Group für ihre Open-Source-Technologie Cinder. Dabei handelt es sich um ein Programmiertool, mit dem in der Programmiersprache C++ Applikationen sowohl für Mac als auch für Windows entwickelt werden können. Das können Audios, Videos oder Grafiken sein. Die Jury zeugte sich sehr angetan von dem Projekt, weil es "eine Menge kreatives Potenzial freilegt", so Jurypräsident Droga. Bei der Bewertung sei es ein wichtiges Kriterium gewesen, ob andere auf einer der präsentierten Arbeiten aufbauen können. Dies war bei Cinder in besonderem Maße der Fall: Zahlreiche Cannes-Einsendungen in Kategorien wie Cyber oder Mobile seien laut Droga mithilfe der Open-Source-Technologie entstanden.

Die drei vergebenen Innovation Lions gehen an die New Yorker Agentur De-De für ihre Social-Media-Plattform "Thunderclap", Yota aus Moskau für "Two Screens are better than one" und die polnische Getin Noble Bank für das Projekt "Mastercard Display Card". Von den 16 Einsendungen aus Deutschland hatte es keine auf die Shortlist geschafft. Insgesamt waren bei der Premiere 270 Arbeiten eingeschickt worden.

Nicht nur die Kategorie erlebte ihre Premiere in Cannes, die Organisatoren überlegten sich auch eine neue Form der Jurierung: Anstatt nur einen Casefilm zu produzieren, waren die Shortlist-Kandidaten aufgerufen, ihr Projekt selbst vor den Augen der Jury und hunderter interessierter Zuschauer zu präsentieren. Dies habe den Prozess der Entscheidungsfindung enorm aufgewertet, sagte Droga, der auf den "erhellendsten und angenehmste" Juryerfahrung seiner Cannes-Jahre zurückblickt. Und nicht nur das: Der Gründer und Chef der Agentur Droga5 hält es sogar für möglich, dass die Innovation Lions sich zur bedeutensten Kategorie in Cannes entwickeln könnten. ire
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