"Ich glaube, es hackt": "Wir sind Helden" rechnen mit "Bild" und Jung von Matt ab

Freitag, 25. Februar 2011
Mag Bild nicht: Wir sind Helden
Mag Bild nicht: Wir sind Helden


Mit unverhohlener Schadenfreude begleitet das Web eine Generalabrechnung der Pop-Band "Wir sind Helden" gegen "Bild" und die Werbeagentur Jung von Matt. Die hatte bei der Band und Frontfrau Judith Holofernes angefragt, ob sie als Testimonial für die "Bild"-Kampagne antreten wollen. Die Absage kam
per offenem Brief im Blog der Band. Der Blog-Server von "Wir sind Helden" brach zwischenzeitlich unter dem Ansturm der Leser zusammen. In der "Bild"-Kampagne von Jung von Matt sagen Stars wie Thomas Gottschalk, Philipp Lahm, Richard von Weizsäcker, Peter Scholl-Latour, Til Schweiger, Veronica Ferres auf Plakaten dem Blatt mit teil launigen Sprüchen ihre "ehrliche und unentgeltliche Meinung".

Vor diesen Karren wollte sich die Band nicht spannen lassen. "Ich glaube, es hackt" lautet das Fazit des Blogbeitrages, in dem Frontfrau Judith Holofernes („Reklamationen“, „Guten Tag“) ihre Position deutlich macht.

Nach einem vergifteten Lob ("Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt") heißt es dort unter anderem an Jung von Matt: "Die BILD -Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash -Kulturgut und kein harmloses “Guilty Pleasure” für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle -Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild -Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Hassgeliebtes, aber weitestgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands."

Weiter schreibt Holofernes: "Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument – nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.“

Da der Server mit dem Original-Beitrag derzeit nicht erreichbar ist, dokumentiert der Horizont-Blog Off-the-Record das Schreiben im Wortlaut. ork

Update: Das Jugendportal Jetzt.de der "Süddeutschen Zeitung" hat eine Replik von Jung von Matt auf den Brief von Judith Holofernes veröffentlicht, den zahlreiche Tageszeitungen und Branchendienste aufgegriffen haben. Dumm nur, dass der Brief eine Satire von Jetzt.de war.
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