Holocaust-Plakat führt zu Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung

Donnerstag, 02. August 2001

Der Streit um das von den drei Agenturen TBWA Berlin, Im Stall und Zufallsproduktion entwickelte Holocaust-Plakat spitzt sich zu. Mehrere Personen haben aus Empörung über den Slogan "Den Holocaust hat es nie gegeben" Strafanzeige erstattet. Darunter befindet sich ein ehemaliger KZ-Häftling, der den Initiatoren der Aktion Volksverhetzung vorwirft.

Dieser Tatbestand sei erfüllt, weil die Erklärung des Slogans bei flüchtigem Hinsehen kaum zu erkennen sei, so die Argumentation. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass sie gegen den "Förderkreis zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas" ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. Unterdessen ist die dem Förderkreis übergeordnete Stiftung auf Distanz zu der umstrittenen Spendenkampagne gegangen. Geschäftsführerin Sibylle Quack sagte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Mit dieser Art Werbung wird man dem ernsten Zweck nicht gerecht."

Und Michel Friedman, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, empfindet den Slogan als "unerträglich" und fordert: "Das Plakat muss weg." Die Pläne des Förderkreises sehen dagegen vor, die Plakate noch bis Ende August hängen zu lassen.
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