Holger Jung ist neuer GWA-Präsident / Herbstmonitor mit düsterer Prognose

Freitag, 25. Oktober 2002
GWA-Präsident Holger Jung tritt sein neues Amt in schwierigen Zeiten an
GWA-Präsident Holger Jung tritt sein neues Amt in schwierigen Zeiten an

Holger Jung ist neuer Präsident des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen GWA. Wie erwartet wurde der 48-jährige Mitinhaber der Werbeagentur Jung von Matt am heutigen Freitag auf der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes zum Nachfolger des bisherigen GWA-Präsidenten Lothar S. Leonhard gewählt.

Neben dem Präsidenten wählten die Mitglieder auch den 13-köpfigen Vorstand des GWA. Nicht mit dabei sind wie ursprünglich geplant Rupert Ahrens (Ahrens & Behrent) und Bodo Bimboese (Trimedia). Nach der geplatzten Fusion des GWA und der Gesellschaft Public-Relations-Agenturen (GPRA) vor wenigen Tagen hat sich die angekündigte Kandidatur der beiden GPRA-Vertreter erledigt. Den Arbeitskreis PR im GWA wird jetzt das frischgebackene Vorstandsmitglied Alexander Demuth (Citigate Demuth) betreuen. Neu mit dabei sind außerdem Harald Adam (Publicis), Jens Konerding (MSBK Proximity) und Hansjörg Zimmermann (Die Argonauten).

Michael Bohn von More Media gehört dem Vorstand als Sprecher der OMG an. Nicht mehr zur Wahl angetreten sind die Vorstandsmitglieder Norbert Lindhof (D'Arcy) und Klaus Utermöhle (Economia). Für Lindhof, der auch als Vizepräsident fungierte, rückte Rainer Zimmermann (BBDO) nach. Der andere Vizepräsident neben Zimmermann ist Gerhard Mutter (Die Crew), der auch das Amt des Schatzmeisters wahrnimmt.

Außerdem wurde in Berlin der Herbstmonitor des Verbandes vorgestellt, der keine rosigen Aussichten für die Agentur- und Werbebranche eröffnet. "Selten zuvor war das Geschäftsklima in Deutschlands Kommunikationsagenturen von so viel Zurückhaltung und Pessimismus geprägt", kommentiert der Verband das Monitor-Ergebnis. Das sei der schlechteste Geschäftsverlauf seit drei Jahren, bestätigen denn auch viele Agenturchefs.

Fast 90 Prozent der befragten Werbeagenturen erwarten in diesem Jahr eine Umsatzentwicklung deutlich unter 1 Prozent. Noch im Frühjahr waren die Befragten optimistisch von einer Entwicklung von 3,5 Prozent ausgegangen. Noch pessimistischer sind die Einschätzungen für 2003: Bis zu 5 Prozent Minus erwarten die GWA-Agenturen im Schnitt. Bei der Rendite sieht es nicht viel besser aus: Über die Hälfte der Agenturen rechnen 2002 mit einer sinkende Rendite gegenüber dem Vorjahr.

Vor allem mit Einschnitten bei den Personalkosten wird ein Großteil der Agenturchefs auf den schlechten Verlauf des Geschäftsjahres reagieren. Wichtigste Maßnahme wird das Einfrieren der Gehälter sein. Auch von Seiten der Werbungtreibenden ist nicht mehr zu erwarten: 91 Prozent der Agenturen stellten fest, dass die Werbeinvestitionen verringert wurden. Zwei Drittel der Agenturen bestätigten, dass es 2002 Budgetverlagerungen aus wirtschaftlichen Gründen gegeben habe. Davon hätten insbesondere die Disziplinen Verkaufsförderung und Direktmarketing profitiert.
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