Havas-Umsatz sinkt um 6 Prozent

Montag, 18. Mai 2009
Havas-Chairman Vincent Bolloré
Havas-Chairman Vincent Bolloré

Die französische Agentur-Holding Havas ist im ersten Quartal ähnlich stark geschrumpft wie die Konkurrenz. Der Umsatz reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 325 Millionen Euro (2008: 345 Millionen Euro). Beim organischen Umsatz (ohne Zukäufe und Währungseinflüsse) musste Chairman Vincent Bolloré sogar ein Minus von 8,4 Prozent hinnehmen. Im Vorjahr hatte der Pariser Konzern, zu dem in Deutschland Agenturgruppen wie Media Contacts, Euro RSCG und MPG gehören, noch ein Plus von 7,4 Prozent erwirtschaftet. Besonders stark war der Rückgang im asiatisch-pazifischen Raum, wo der organische Umsatz um fast 25 Prozent sank. Havas erklärt diese Entwicklung mit dem Verlust des Kunden Dell. In Nordamerika betrug das Minus 9,2 und in Europa 7,6 Prozent. Auf dem Heimatkontinent waren besonders Spanien und Portugal von der Rezession betroffen. Der britische Markt blieb mit einem Minus von 1,6 Prozent in etwa stabil. Dagegen weisen die Märkte Tschechien, Österreich, Schweiz und Polen weiterhin Wachstumsraten auf. Im grünen Bereich ist auch das Digitalgeschäft, das ein organisches Wachstum von 7 Prozent erzielte und damit über 16 Prozent der Havas-Umsätze erwirtschaftete. 

Zum Vergleich: Die vier größten Agentur-Holdings Omnicom WPP, Publicis und Interpublic verzeichneten im ersten Quartal beim organischen Umsatz allesamt Rückgänge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Besonders deutlich schlägt sich der konjunkturelle Abschwung beim Marktführer Omnicom nieder. Der US-Konzern musste ein Minus von 6,6 Prozent hinnehmen. Die geringsten Einbußen vermeldete der französische Wettbewerber Publicis, der um 4,4 Prozent schrumpfte. WPP in London und Interpublic in New York liegen mit den Verlustwerten 5,8 und 5,6 in etwa gleichauf (HORIZONT 19/2009). brö
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