Havas-Chef David Jones erneuert Absage an große Akquisitionen

Montag, 25. März 2013
Havas-Chef David Jones (Foto: Havas)
Havas-Chef David Jones (Foto: Havas)

Die französische Werbeholding Havas setzt beim Ausbau des Geschäfts weiterhin vor allem auf die eigenen Kräfte. Größere Zukäufe, wie sie Wettbewerber wie WPP und Publicis immer wieder vornehmen, soll es bei Havas auch weiterhin nicht geben. Das hat CEO David Jones Ende voriger Woche in einem Gespräch mit Analysten mitgeteilt, wie internationale Medien berichten. Das Budget für Firmenkäufe werde auf Vorjahresniveau bei rund 50 Millionen US-Dollar bleiben. Gleichzeitig äußert sich Jones kritisch über einige Branchen-Deals der Vergangenheit, vor allem im Digitalbereich. "Sie werden es nicht erleben, dass wir große Schecks ausstellen, um digitale Silos zu errichten", sagt der Havas-Chef. In einem Interview mit Bloomberg wird er noch deutlicher: "Die Mehrzahl der großen Akquisitionen sind toll für die Firmen, die gekauft werden, aber nicht für den Käufer oder die Aktionäre." In diesem Zusammenhang nennt Jones das Beispiel Digitas. Die Agentur wurde Ende 2006 für mehr als eine Milliarde US-Dollar von Publicis übernommen und zuletzt mit der aktuellsten Neuerwerbung LBi zusammengelegt. Keiner der früheren Manager von Digitas sei heute noch an Bord, außerdem sei die Firma weniger erfolgreich als früher.

Für Havas bestehe keine Notwenigkeit, auf Teufel komm raus größer zu werden. Mit Vincent Bolloré habe man einen Hauptanteilseigner, der langfristige Ziele verfolge, so Jones. Die Havas-Gruppe hat sich zuletzt neu aufgestellt und die Strukturen vereinfacht. In diesem Zusammenhang wurde das Werbenetzwerk Euro RSCG in Havas Worldwide umbenannt. Vor kurzem folgte die Mediaagenturtochter MPG, die nun unter Havas Media firmiert. 2012 erzielte die französische Holding einen Umsatz von 1,78 Milliarden Euro, das entspricht einem organischen Wachstum von 2,1 Prozent. Der Nettogewinn kletterte um 5 Prozent auf 126 Millionen Euro. Havas ist die kleinste der international agierenden Werbeholdings. mam
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