Halbjahreszahlen: Werbeholdings spüren die Konjunkturflaute

Dienstag, 14. August 2001

Die gegenwärtige Konjunkturflaute spiegelt sich in den Halbjahresbilanzen der internationalen Werbeholdings wider. So weist die New Yorker Grey Global Group, derzeit die Nummer 8 im Markt, für die ersten sechs Monate des Jahres einen Gewinnrückgang von 75 Prozent aus. Die Gruppe verzeichnet nur noch einen Nettogewinn von 2,7 Millionen Dollar, gegenüber 10,9 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig konnte Grey seine Billings um 4 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar steigern.

Mit stagnierenden Umsatzzahlen rechnet die britische Holding Cordiant Communications Group, die aktuelle Nummer 9 der Branche. Zu ihr gehören unter anderem die Agenturnetworks Bates Worldwide und Scholz & Friends. Zwar konnte die Holding bei den Billings in den ersten sechs Monaten um 45 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zulegen, bereinigt von Zukäufen ergibt sich jedoch nur noch ein Plus von 0,2 Prozent.

Etwas besser sieht es bei Publicis aus. Die sechstgrößte Holding verzeichnet ein Billingwachstum von 65 Prozent auf 7,54 Milliarden Euro. Die bereinigten Zahlen ergeben ein Umsatzwachstum von 5 Prozent. Sowohl Publicis als auch Cordiant sind zu weiteren Stellenstreichungen gezwungen. Weder Publicis-CEO Maurice Lévy noch Cordiant-Chef Michael Bungey wollen jedoch sagen, wie viele Mitarbeiter entlassen werden.

Das deutsche Cordiant-Vorstandsmitglied Peter M. Schöning spricht dagegen in der "Welt" von rund 1000 Entlassungen. Das sind 10 Prozent der Belegschaft. Cordiant hat in diesem Jahr bereits 400 Stellen gestrichen und will in den kommenden Wochen die Gehaltsaufwendungen um 5 Prozent kürzen. Bei Publicis-Agenturen sind im Laufe dieses Jahres rund 100 Arbeitsplätze weggefallen.
Meist gelesen
stats