Halbjahresumfrage 2012: Wie Werbeagenturen das laufende Jahr bewerten

Freitag, 13. Juli 2012
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Wie lief das Jahr 2012 bislang für Deutschlands Kreativagenturen, wie geht es weiter? Die große Halbjahresumfrage von HORIZONT unter Agenturverantwortlichen zeigt: Der Markt wird beherrscht von verhaltenem Optimismus, die Zurückhaltung auf Kundenseite sorgt allerdings für wachsende Verunsicherung. Lesen Sie auf den folgenden Seiten die Einschätzungen von Florian Haller (Serviceplan), Sven H. Becker (TBWA), Corinna Thüs (Y&R), Frank Lotze (BBDO), Ulrich Pallas (Jung von Matt), Andreas Fischer-Appelt (FischerAppelt), Alina Kessel und Thomas Funk (beide DDB Tribal), Andrea Albrecht (Leo Burnett), Stephan Rebbe (Kolle Rebbe), Michael Samak (Saatchi & Saatchi), Martin Wider (JWT) und Uli Veigel (Grey).

Florian Haller
Florian Haller

Florian Haller, Hauptgeschäftsführer Serviceplan Gruppe

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?

Wir sind sehr zufrieden und insgesamt weiter auf Wachstumskurs. Der Margendruck bleibt allerdings unverändert bestehen - insbesondere im Media-Bereich. Sorgen macht uns die große Unsicherheit der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, die von der Eurokrise ausgeht.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?

Alle Bereiche profitieren vom derzeitigen Umsatzzuwachs und dem Vernetzungsausbau. Online bleibt natürlich überdurchschnittlicher Wachstumsmotor. Im Media-Bereich beobachten wir ein immer weiteres Aufgehen der Brutto-Netto-Schere.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Wir sehen im Gegensatz zu 2009 keine dramatischen Budgetkürzungen; aber die Kunden stellen neue Investitionen auf den Prüfstand und gehen zögerlicher mit der Freigabe neuer Projekte um.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Wie eben genannt: Wir beobachten, dass Kunden vorsichtiger bei der Freigabe neuer Projekte sind. Eine unserer Stärken ist in diesen Zeiten, dass wir komplett eigenfinanziert sind und deshalb keine zusätzlichen Sorgen haben.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Wir gehen von einem moderaten Wachstum von plus 5 Prozent aus.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
Für die Serviceplan Gruppe ca. plus 5 Prozent. Den Markt wollen wir derzeit nicht einschätzen.

Sven H. Becker
Sven H. Becker

Sven H. Becker, CEO TBWA Deutschland

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Zufrieden. Hamburg und Berlin haben sich (nach einem turbulenten letzten Jahr) beide sehr gut entwickelt. Düsseldorf ist konstant und baut kontinuierlich das Geschäft bei Bestandskunden aus. Zudem profitieren wir auch in Deutschland von internationalen Netzwerk-Gewinnen (zum Beispiel Adidas) genauso wie wir aus Deutschland heraus internationale Kunden führen (zum Beispiel GSK). Im ersten Halbjahr 2012 hatten wir im Vergleich zum letzten Jahr mehr Pitcheinladungen und sind auch hier auf einem guten Weg.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Besonders gut war die Entwicklung bei TBWA Deutschland unter anderem in den Bereichen Healthcare und Shopper Marketing.

Im Bereich Healthcare wurden alle Pitches im vergangenen Jahr gewonnen (zum Beispiel Ipsen, Hospira, Q-med und diverse BMS Projekte). Seit dem internationalen Gewinn von GSK arbeitet TBWA Hamburg für die North-West-Region für Aquafresh/Odol med3 und hat hier für zahlreiche europäische Länder den Lead inne.

TBWA Berlin konnte seine Kompetenz im Bereich E-Commerce-Kunden unter Beweis stellen und hat mit Cewe Color und dem Musikhaus Thomann zwei Kunden gewonnen, deren Erfolg nicht zuletzt auf einer einzigartigen E-Commerce-Kompetenz basiert. Cewe ist der größte europäische Fotodienstleister und Thomann einer der umsatzstärksten Musikalienhändler Europas. Darüber hinaus freuen wir uns in Berlin natürlich über den Network-Gewinn von Adidas, an dem auch das Berliner Team beteiligt war.

Der Bereich, in dem wir jedoch sicher wieder aufholen müssen, ist das kreative Niveau unserer Arbeiten. Hier sind wir nicht ganz da, wo wir als TBWA sein sollten. Jedoch haben wir diesbezüglich mit Tim Jacobs (ECD Düsseldorf) und Jason Schragger (ECD Berlin) zwei weitere Top-Leute an Bord geholt und werden auch im digitalen Bereich aufstocken.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die aktuelle Investitionsbereitschaft ist vorsichtiger, aber immer noch auf hohem Niveau.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Die gesamtwirtschaftliche Verunsicherung auf europäischer Ebene ist meiner Meinung nach im Moment noch nicht spürbar.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Ich hoffe, dass die Büros der TBWA Deutschland Gruppe den positiven Trend aus dem ersten Halbjahr weiter fortsetzen können.

Corinna Thüs
Corinna Thüs

Corinna Thüs, Managing Director Y&R

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Wir sind zufrieden mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr. Das Bestandskundengeschäft ist weitestgehend stabil und dort, wo es Budgetkürzungen gab, konnten wir dies durch Zugewinne, zum Beispiel im Bereich digitaler Projekte, auffangen.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?

Schwierig ist immer, wenn das Kundengeschäft unter Druck ist und Budgets gekürzt werden. Aber das konnten wir, wie gesagt, an anderer Stelle ausgleichen.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die Investitionsbereitschaft ist dort gegeben, wo der Return on Investment stimmt. Wir sehen die Tendenz zu mehr zielgerichteter Ansprache. Zentraler Bestandteil jeder Kampagnenplanung und -entwicklung ist KPI Setting und Measurement.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Im Gespräch mit Kunden darin, dass wir in Szenarien denken und planen. Als Networkagentur sind wir natürlich berührt von der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung in der mediterranen Region.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Unabhängig vom Wetter haben wir einen heißen Sommer mit mehreren Pitches, daher: verhalten positiv.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
Leichtes Plus - sowohl als auch.

Frank Lotze
Frank Lotze

Frank Lotze, CEO BBDO Gruppe

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Über die gesamte BBDO Gruppe liegen wir im Plan. Wir erwarten, das Jahr 2012 noch besser abzuschließen als im Vorjahr.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Wir legen in allen Bereichen zu: Sowohl in der Klassik als auch Online, wo wiederum das Website- und Portalgeschäft einen enormen Schub verzeichnet.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?

Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist durchaus gegeben, um letztlich die Pläne und Marketingzielsetzungen zu erreichen. Eine makroökonomische Verunsicherung ist jedoch allerorts zu spüren.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Die Verunsicherung ist natürlich zu spüren, da die Finanzkrise nie „abgeflammt" ist. Kein Experte kann heute sagen wie sich der Euro und Europa in den nächsten drei Monaten entwickeln werden. Das ist etwas, was wiederum jeder weiß und das führt zu einer massiven Vertrauenskrise.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Wir erwarten, das Jahr 2012 besser abzuschließen als das Jahr 2011.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
a) Wir erwarten ein Wachstum, das leicht über Marktdurchschnitt liegt.

Ulrich Pallas
Ulrich Pallas
Ulrich Pallas, CFO Jung von Matt

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Das erste Halbjahr verlief trotz guter Erfolge im Bereich New Business geschäftlich relativ verhalten, da einige Mandanten sich nach einem starken 2. Halbjahr 2011 mit Investitionen etwas zurückgehalten haben.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Alle Formen der digitalen Kommunikation und vor allem das Plattformgeschäft (Websites, E-Commerce-Lösungen und komplexere Internetlösungen) sind überdurchschnittlich gewachsen. Und wir konnten vermehrt Kunden von unserem Angebot zur kreativen Markenaktivierung in den Bereichen Handel, Vertrieb sowie POS überzeugen.

Des Weiteren konnten wir das Geschäft auf Bestandskunden ausbauen und betreuen unsere Kunden vermehrt über mehrere Kanäle hinweg.

Mit Navos, Netzeffekt und 180 Hartbeats haben wir darüber hinaus tolle neue Partner gefunden, die unser Angebot verbreitern und mit denen wir bereits jetzt spannende Projekte umsetzen.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die Investitionsbereitschaft ist zur Zeit nach Branchen sehr verschieden und von den unterschiedlichen Abhängigkeiten der Werbungtreibenden bezüglich der konjunkturellen Entwicklung bestimmt.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?

Insbesondere für unsere stark Export-orientierten Kunden sind die konjunkturellen Aussichten momentan eher durchwachsen. Dies hat natürlich auch Einfluss auf deren Marketing-Investitionsverhalten.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Wir sind skeptisch angesichts der konjunkturellen Entwicklung, aber aufgrund unserer bisherigen Entwicklung und einiger sehr interessanter Chancen blicken wir mit realistischem Optimismus nach vorne.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
Wir erwarten für uns als Gruppe in Deutschland ein moderates Umsatzwachstum im einstelligen Bereich, das tendenziell wie in den Vorjahren über den Ergebnissen der Branche liegen dürfte.

Andreas Fischer-Appelt
Andreas Fischer-Appelt

Andreas Fischer-Appelt, Vorstand FischerAppelt

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Das erste Halbjahr 2012 ist noch einmal besser als die Vorjahresperiode ausgefallen. Wir waren im ersten Halbjahr in viele Pitches involviert, haben einiges gewonnen. Auch bei den Bestandskunden lief es sehr gut.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?

Digital-Projekte und integrierte Etats sind der größte Wachstumsbereich. Hier konnten wir unter anderem mit unseren Digital- und Bewegtbild-Einheiten FORK und fischerAppelt tv media punkten. Überhaupt bringt uns unser integrierter Ansatz, kombiniert mit unserer Earned-Media-Historie nach vorne. Storytelling als PR-Grundkompetenz erlebt gerade einen Boom. Content ist gefragt.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die Spendings sind auf gutem Niveau, werden aber das Rekord-Level vom Nachkrisenjahr 2011 nicht erreichen. Das hängt auch mit dem guten Konsumklima in Deutschland zusammen.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Wir  haben bislang von der Euro-Krise nur in Teilbereichen etwas gemerkt. Im Finanzmarkt, sowohl bei der Produktwerbung wie auch bei M&A-Themen gibt es weniger zu tun. Andere Märkte wie Healthcare und FMCG wandeln sich stark.

Wir machen den Wandel mit und verstärken zum Beispiel Public Affairs und Digital deutlich. Wir arbeiten verstärkt mit integrierten Teams in den Bereichen PR, Social Media und Werbung. Storytelling ist unsere Kernkompetenz. Das kommt im Markt gut an und führt zu weiterem Wachstum.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Im 2. Halbjahr geht es bei uns in diesem Jahr vor allem darum, die ersten Ergebnisse bei den Neuprojekten umzusetzen. Großereignisse wie die Euro oder Olympia sorgen außerdem für zusätzliche Marketingbudgets. Wir werden für das Gesamtjahr wahrscheinlich wieder ein gutes Wachstum verbuchen können.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
a) hohes einstelliges Wachstum von über 5 Prozent
b) 2 bis 3 Prozent im Gesamtmarkt

Alina Kessel
Alina Kessel

Alina Kessel (CEO) und Thomas Funk (COO), DDB Tribal Group

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Insgesamt entwickelt sich das Jahr weniger dynamisch als 2011. Es gab zum Beispiel deutlich weniger große Pitches. Kaliber wie Lufthansa oder Mediamarkt waren 2012 bisher nicht auf dem Markt.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?

Auf Bestandskunden bezogen konnten wir unser Geschäft im ersten Halbjahr sehr gut entwickeln. Beispiele sind die Erweiterung der Beetle Kampagne, der Gewinn der Golf VII Launch-Kampagne und das internationale Cowdsourcing-Projekt Move On für die Telekom.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die Bereitschaft, in gute Kommunikation zu investieren, ist insgesamt durchaus gegeben. Allerdings stehen die Agenturen nach wie vor stark unter Druck. Für dasselbe Volumen wird heute mehr erwartet. Und die Budgets werden immer stärker und häufiger überprüft.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Unsere Kunden wissen, dass Markenbildung und -pflege besonders in schwierigen Zeiten von großer Bedeutung ist. Bislang gab es noch keine Einschnitte, aber man spürt eine gewisse Zurückhaltung.

Thomas Funk
Thomas Funk
Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Der Kostendruck wird weiterhin spürbar sein, aber wir sind vorsichtig optimistisch. Wir werden uns auch weiterhin auf die Weiterentwicklung unserer Kundenbeziehungen konzentrieren, insbesondere im digitalen Bereich. Darüber hinaus werden wir uns an ausgewählten, strategisch wichtigen Pitches beteiligen.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
Sowohl für uns als auch für die gesamte Branche rechnen wir mit Zuwächsen im niedrigen einstelligen Bereich.

Andrea Albrecht
Andrea Albrecht

Andrea Albrecht, Managing Director Leo Burnett

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Sehr zufrieden. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verzeichen wir unser geplantes Wachstum für das laufende Geschäftsjahr.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Es ist durchweg in allen Bereichen gut gelaufen. Die vier von uns definierten Bereiche Klassik, Digital, Shopper und Design entwickeln sich gut.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
In einzelnen Sparten registrieren wir Tendenzen zu abnehmender Investitionsbereitschaft.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Einige Branchen stehen unter enormem Druck aufgrund der wirtschaftlichen Lage. Das hat sich bislang zwar nicht auf unser Gesamtgeschäft ausgewirkt jedoch auf die Art der Aufgabenstellungen und fordert eine schnelle Reaktion auf sich verändernde Marktbedingungen.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Wir wollen im 2. Halbjahr unser Wachstum fortsetzen und die Gesamtjahresziele realisieren.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
a) 5 Prozent Wachstum
b) 2 Prozent Wachstum

Stephan Rebbe
Stephan Rebbe

Stephan Rebbe, Geschäftsführer Kolle Rebbe

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Im Schulnotensystem: 3 -

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Die Projektlastigkeit des Geschäftes steigt weiter. Planungszyklen werden immer kürzer. Positiv: Kolle Rebbe ist nun nachweisbar international handlungsfähig.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Gering. Es gibt kaum oder keine Effekte durch die Fußball-EM oder Olympia. Die Komplexität nimmt zu, die Verunsicherung steigt.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Ja. Vorsicht ist überall zu spüren. Alles wird strengstens nach Effizienz-Gesichtspunkten entschieden. Tests dauern noch länger.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Es ist eine weitere Konsolidierung abzusehen.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
a) für die Agentur: Nullwachstum
b) für die Agenturbranche als Ganzes: 1 bis 2 Prozent

Michael Samak
Michael Samak

Michael Samak, CEO Saatchi & Saatchi

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Insgesamt zufrieden.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Viele Anfragen und wachsendes Geschäft im Digitalbereich und bei CRM, weniger Dynamik in der Klassik.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Eher niedrig/zurückhaltend. Marketing Budgets sind in Zeiten mit hohem Kostendruck ja immer schnell gefährdet.

Spüren Sie etwas von der gesamtwirtschaftlichen Verunsicherung wegen der wieder aufflammenden Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa? Wenn ja: wo und wie?
Ja, Kunden fahren weiterhin "auf Sicht". Sie reduzieren Budgets, legen Projekte auf Eis und sind weniger experimentierfreudig.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Keine gravierenden Veränderungen.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
a) 2 Prozent
b) 3 Prozent

Martin Wider
Martin Wider

Martin Wider, CEO JWT Group Germany

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Das erste Halbjahr war weit besser als gedacht und doch recht zufriedenstellend. Aufgrund der weltweit steigenden Rohstoffkosten für unsere Kunden und der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage, hatten wir nicht so gute Erwartungen. Bisher konnten wir aber zusammen mit unseren Kunden die Herausforderungen gut meistern und Chancen sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Arbeit nutzen.

Ob Deutschland sich auch im 2. Halbjahr vom allgemeinen Trend so stark abkoppeln kann, werden wir sehen. Wir werden auf jeden Fall versuchen, unsere Kunden tatkräftig dabei zu unterstützen und die Chancen für jeden Einzelnen in seiner Branche optimal zu finden.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Besonders gut lief es bei allen digitalen Projekten, mit denen wir verstärkt beauftragt werden. Hier haben wir um Tom Davis, unseren Head of Digital ein sehr gutes Digitalteam aufgebaut, das zusammen mit unserem internationalen dotJWT-Network selbst die komplexesten digitalen Projekte umsetzen kann.

Sehr schöne Beispiele sind die neue Canesten-Site und die Social-Commerce-Plattform für Berocca. Aber auch unser Social Media Jount Venture JWT Buddies zusammen mit Buddybrand entwickelt sich sehr zufriedenstellend.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die Lage ist sehr schwierig für die Unternehmen. Sie haben auf der einen Seite steigende Personal- und Rohstoffkosten; auf der anderen Seite einen zunehmend verunsicherten Verbraucher. Je nach Branche kommen auch weitere Faktoren wie politisch motivierte Beschränkungen und ähnliches hinzu. Da wir mit unseren Kunden über ein sehr breites Portfolio verfügen, ist es auch je nach Kunde sehr unterschiedlich einzuschätzen.

Die wirtschaftliche Großwetterlage ist sicherlich nicht unter dem günstigsten Stern. Auf der anderen Seite kann und sollte man aber den Kopf nicht in den Sand stecken. In jeder Situation gibt es etwas zu gewinnen und zu verlieren.

Wer nicht schießt, trifft auf keinen Fall. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass diejenigen, die in der Krise investieren und sich azyklisch verhalten, am Ende mit langfristigen Gewinnen zu rechnen haben. Wir bemerken allerdings in der Tat eine gewisse Diskussionsfreudigkeit unserer Kunden zu diesem Punkt.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Das hängt von so vielen Faktoren ab - da kann ich auch Kaffeesatz lesen, aber in das allgemeine Pessimistendasein möchte ich mich noch nicht einreihen.

Uli Veigel
Uli Veigel

Uli Veigel, CEO Grey Group Germany

Wie zufrieden sind Sie mit der Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012?
Das Geschäft ist volatil und zögerlich. Schlecker und Rewe belasten das 1. Halbjahr.

In welchen Bereichen ist es besonders gut gelaufen, wo gab es eher Probleme?
Die Spezialdisziplinen, vornehmlich Digital, werden stark nachgefragt. Auch der Bereich CI/CD wächst. Der Bereich klassische ATL Kommunikation schwächelt eher.

Wie schätzen Sie aktuell die Investitionsbereitschaft der Werbungtreibenden in den Bereichen Marketing und Werbung ein?
Die Investitionsbereitschaft ist vorhanden, aber verhalten. Der Trend, messbare Verkaufszahlen den Werbeinvestitionen gegenüberzustellen, ist ungebrochen. Reine Marken- und Imagekampagnen sind weiter auf Rückzug.

Welche Erwartungen haben Sie an den weiteren Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr?
Das Jahr wird sich aus unserer Sicht fortsetzen wie es begonnen hat: mit verhaltenen Investitionen und starker Fokussierung auf den Abverkauf.

Mit welchem Wachstum rechnen Sie im Gesamtjahr 2012 a) für Ihre Agentur, b) für die Agenturbranche als Ganzes?
a) wird sich zeigen
b) 2 bis 3 Prozent Wachstum

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