Haiti-Drama: Handwerksverband legt TV-Spot auf Eis

Mittwoch, 20. Januar 2010
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Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verzichtet bis auf weiteres auf den Einsatz seines TV- und Kinospots, weil er inhaltlich zu sehr an die tragischen Bilder aus Haiti erinnert. Der Werbefilm ist das Kernelement der größten Kommunikationsoffensive, die der ZDH in seiner Verbandsgeschichte gestartet hat. Erst am vergangenen Wochenende fiel der Startschuss für die Kampagne mit dem Claim „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan." In der Vorbereitungsphase hat der von Scholz & Friends kreierte TV-Spot großen Anklang bei den 53 Handwerkskammern und zahlreichen Branchenverbänden und Innungen gefunden. Er zeigt in eindrucksvollen Bildern die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft. Nach und nach löst sich alles auf, was von den Berufsgruppen dieses Erwerbszweigs geschaffen wurde. Nun sorgen genau diese Bilder der Zerstörung bei vielen Fernsehzuschauern für Unmut. ZDH-Präsident Otto Kentzler erklärt: „In der Darstellung wird niemand verletzt, nichts zerstört. Dennoch gab es gegenüber den Sendeanstalten Kritik von Zuschauern,  die offensichtlich den Film unmittelbar mit Nachrichtenbildern aus dem Erdbebengebiet Haiti verbunden hatten. Wir haben daher bis auf weiteres die Ausstrahlung des Spots ausgesetzt. Die weiteren Maßnahmen der Imagekampagne werden wie vorgesehen eingesetzt."

Kentzler betont weiterhin, dass sich das Handwerk nach Naturkatastrophen immer in hohem Maße engagiert. Auch jetzt seien viele Handwerker bereits in Haiti unterwegs und bringen den Menschen dort Hilfe. Sie seien für diesen Einsatz bei Hilfsorganisationen wie THW oder Deutsches Rotes Kreuz von ihren Betrieben freigestellt. „Viele Betriebe und ihre Mitarbeiter planen bereits ihre Unterstützung beim Wiederaufbau, wenn in Haiti die Ordnung wieder hergestellt ist. Zusätzlich sind die Handwerksorganisationen einem Spendenaufruf des ZDH für Haiti vom vergangenen Freitag in großer Zahl gefolgt", erklärt Kentzler. bu
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