HORIZONT-Kreativranking: Das sagen die Agenturmanager

Donnerstag, 10. Dezember 2009
Amir Kassaei, DDB (Foto: Holde Schneider)
Amir Kassaei, DDB (Foto: Holde Schneider)

Amir Kassaei, Chief Creative Officer DDB Group Germany, Berlin

"Natürlich finde ich es schön, dass wir es endlich geschafft haben. Vor allem deshalb, weil damit in Deutschland erstmals eine Networkagentur an der Spitze des Kreativrankings steht. Grundsätzlich müssen wir den Kreativen aber beibringen, in Lösungen zu denken. Nicht in Werbeideen. Und was das nächste Jahr betrifft: Da wollen wir nur noch fünf Wettbewerbe beschicken: die Weltmeisterschaft Cannes Lions, die Europameisterschaft Eurobest und die Deutsche Meisterschaft ADC sowie zwei weitere Award Shows." Weiter mit Martin Pross und Mathias Schmidt, Scholz & Friends

Martin Pross und Mathias Schmidt, Scholz & Friends (v.l.) (Foto: Holde Schneider)
Martin Pross und Mathias Schmidt, Scholz & Friends (v.l.) (Foto: Holde Schneider)

Martin Pross und Mathias Schmidt, Partner und Vorstände Scholz & Friends, Berlin/Hamburg

"Wir haben unsere Einreichungen um circa die Hälfte reduziert und härter gesiebt als je zuvor. Insofern sind wir sehr glücklich mit dem Ergebnis: Wir haben noch nie so viele Awards für so wenige Einsendungen bekommen. Alle scheinen ein gutes Stück zur Vernunft gekommen zu sein. Es wird weniger Quatsch eingereicht. Nächstes Jahr werden wir möglicherweise noch mal reduzieren. Aber auszusetzen kommt nicht infrage. Wir sehen darin eine große Motivation für die Mitarbeiter. Und wieso sollten wir uns nicht dem Wettbewerb stellen?"

Weiter mit Armin Jochum, Jung von Matt

Armin Jochum, Jung von Matt/Alster
Armin Jochum, Jung von Matt/Alster

Armin Jochum, Geschäftsführer Kreation Jung von Matt/Alster, Hamburg

"Jeder, der sich das Ranking genauer ansieht, wird feststellen, dass Jung von Matt klare Prioritäten gesetzt hat. Dafür, dass wir nur die zehn wichtigsten Wettbewerbe bestückt haben, ist das Ergebnis sehr gut. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass sich Kommunikation aus Deutschland immer professioneller dem internationalen Denken stellt."

Weiter mit Stephan Vogel, Ogilvy

Stephan Vogel, Ogilvy
Stephan Vogel, Ogilvy

Stephan Vogel, Geschäftsführer Kreation Ogilvy, Frankfurt

"Es ist für uns sehr wichtig, kreativ zu glänzen. Dass wir es über 16 Jahre geschafft haben, immer unter den Top 5 zu sein, ist ein Zeichen dafür, dass Ogilvy nicht nur eine gesunde Unternehmens- sondern auch eine sehr ambitionierte Kreativkultur hat. Und zwar über alle Bereiche hinweg: Digital, Dialog, klassische Medien. Die Qualität, die wir in der Breite bieten, sucht ihresgleichen.

Dabei ist für mich ganz wichtig: Viele der großen nationalen und internationalen Awards haben Junioren gewonnen, die ich direkt von der Uni weg geholt, aufgebaut und trainiert habe.

Was die Einreichungen betrifft: Im Vergleich zu anderen waren wit da schon immer Waisenknaben. Und 2009 haben wir schon kräftig reduziert. 2010 wird sich deshalb für uns auf dem gleichen niedrigen Niveau bewegen wie 2009 – nur beim ADC Deutschland werden wir etwas mehr Gas geben."

Weiter mit Guido Heffels, Heimat

Guido Heffels, Heimat
Guido Heffels, Heimat

Guido Heffels, Geschäftsführer Kreation Heimat, Berlin

"Platz 5 ist super. Aber sind wir nächstes Jahr eine schlechtere Agentur, wenn wir dann möglicherweise „nur“ noch auf Platz 10 landen?"







Weiter mit Alexander Schill, Serviceplan

Alexander Schill, Serviceplan
Alexander Schill, Serviceplan

Alexander Schill, Kreativchef Serviceplan-Gruppe, Hamburg/München

Kreation hat bei uns in der Agentur einen hohen Stellenwert. Wenn es ein Ranking gibt, das unsere kreative Performance abbildet, dann finden wir das gut! Es ist der Auftrag einer Agentur unserer Größe, das Thema Kreation zu pushen. Auch mit nicht gebrieften Extra-Arbeiten für unsere Kunden. Experimentelle Arbeiten wie unsere Kampagne für die Lead Academy, die gerade den Grand Prix beim Eurobest Festival geholt hat, zeigen, in welche Richtung sich Kommunikation in Zukunft entwickeln kann. Natürlich ist es langfristig unser Ziel, solche Sachen auch in großen Kampagnen umzusetzen. Aber um dahin zu kommen, sind auch Experimente im Kleinen wichtig.

2010 werden wir unsere Einsendungen für Wettbewerbe eher reduzieren als aufstocken. Grundsätzlich bewegen sich unsere Investitionen aber ohnehin auf einem deutlich niedrigeren Niveau als bei dem einen oder anderen Mitbewerber. Wir werden sicherlich noch härter aussieben, aber uns nicht auf bestimmt Wettbewerbe beschränken.

Weiter mit André Kemper, Kemper Trautmann

André Kemper, Kemper Trautmann
André Kemper, Kemper Trautmann

André Kemper, Geschäftsführer Kreation und Mitinhaber Kemper Trautmann, Hamburg

"Wenn man das Ranking ernst nimmt und unter die Top Ten will, kann man Wettbewerbe nur voll fahren. Deshalb werden wir nächstes Jahr auch nicht dabei sein. Wir glauben an Wettbewerbe, sagen aber auch: ganz oder gar nicht. Im nächsten Jahr stecken wir das Budget in die Entwicklung der Agentur. Aber ich muss zugeben: Wir haben 2009 ein paar tolle Arbeiten kreiert. Insofern tut es schon weh, nicht dabei zu sein."





Weiter mit Joachim Sauter, Art + Com

Joachim Sauter, Art + Com (Foto: Holde Schneider)
Joachim Sauter, Art + Com (Foto: Holde Schneider)

Joachim Sauter, Vorstand Art + Com, Berlin

"Wir würden nie auch nur einen einzigen Gedanken an Goldideen verschwenden. Wir wollen Innovationen und Qualität produzieren. Uns geht es darum, wie die Zukunft der Kommunikation aussieht. Wir machen primär bei Wettbewerben mit, um die Auseinandersetzung und Anerkennung der Kollegen aus anderen Bereichen sowie eine gewisse Öffentlichkeit für unsere Arbeiten zu bekommen. Die Sachen, die wir machen sind nicht wie klassische Arbeiten in Print, TV oder Web zugänglich sondern oft nur temporär ausgestellt. Deshalb sind Kreativpreise für uns wichtig."

Weiter mit Stefan Kolle, Kolle Rebbe

Stefan Kolle, Kolle Rebbe
Stefan Kolle, Kolle Rebbe

Stefan Kolle, Geschäftsführer Kreation und Mitinhaber, Kolle Rebbe, Hamburg

"Kolle Rebbe ist seit über 10 Jahren in den Top 10 - genau das ist das Ziel. Das schaffen wir seit Jahren mit überschaubarem finanziellem Aufwand. Deshalb ist die Strategie der Vergangenheit auch die der Zukunft: Erstmal hart selektieren, dann wenige ausgesuchte Arbeiten einschicken, das aber bei allen wesentlichen Wettbewerben."



Weiter mit Arno Lindemann, Lukas Lindemann Rosinski

Arno Lindemann, Lukas Lindemann Rosinski
Arno Lindemann, Lukas Lindemann Rosinski

Arno Lindemann, Geschäftsführer Kreation und Mitinhaber, Lukas Lindemann Rosinski, Hamburg

"Wir haben bei Kreativwettbewerben 2009 richtig Gas gegeben, um der Branche zu zeigen: Hier sind wir! Dafür haben wir auch die eine oder andere Goldidee ins Rennen geschickt. Das wollen wir nächstes Jahr aber nicht mehr tun. Wir wollen nur noch relevante Problemlösungen für echte Kunden entwickeln. Das können dann auch experimentelle Arbeiten und kreative Testballons sein – aber eben keine Sachen, die nur für Wettbewerbe gebastelt wurden."

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