H&M: Züchtige Plakate mit Gisele Bündchen

Mittwoch, 06. April 2011
Foto: Gisele Bündchen, Quelle: H&M
Foto: Gisele Bündchen, Quelle: H&M

In China geht die Pekinger Stadtregierung gegen Werbung für Luxusprodukte vor, in einigen arabischen Ländern werden H&M-Plakate mit dem brasilianischen Supermodel Gisele Bündchen züchtig umgestaltet: Zwei Beispiele für rigide Eingriffe in die Werbung. Der „FAZ" war es immerhin eine Meldung auf Seite 7 in  der gestrigen Ausgabe wert: „Peking will weniger Luxus in der Werbung", lautete die Headline im Ressort "Deutschland und die Welt". Konkret: Die Pekinger Stadtregierung untersucht derzeit Werbung, die "Hedonismus fördert", "feudalen Herrschern huldigt", "ausländische Produkte" anbetet. Wörter wie "royal", "luxuriös" und "high-class" soll aus Plakaten entfernt werden. Verstöße sollen mit bis zu umgerechnet 3200 Euro geahndet werden. „Wir müssen den Gebrauch solcher Worte und Phrasen regulieren, weil sie einen negativen Effekt auf die gesamte Gesellschaft haben können", so die chinesische Soziologin Xia Xueluan.

  Einen „negativen Effekt" bestimmter Werbekampagnen auf die gesamte Gesellschaft befürchten offensichtlich auch die Regierungen einiger arabischer Staaten. Jüngstes Beispiel: die Frühjahrskampagne von H&M mit Supermodel Gisele Bündchen. Zeit Online berichet von einer züchtigen Umgestaltung der Bündchen-Plakate. Der Auftritt, befindet Zeit Online, sei so „heiß, dass für die Kampagne in einigen arabischen Ländern zusätzliche Kleidungsstücke in die Bilder integriert wurden, hier ein Longsleeve zum Bedecken der Schultern, dort ein Tanktop, das zu tiefe Einblicke verhindert." Zeigen kann Zeit Online die modifizierte Version aufgrund fehlender Rechte genauso wenig wie wir. Aber auch wir sind der Meinung der Zeit-Kollegen: Das Sex-Appeal von Frau Bündchen lässt sich nicht „mit längeren Ärmeln bändigen. Weshalb ein paar Zentimeter mehr Stoff noch keinen Mann vor Fantasien geschützt haben. Und ein paar Zentimeter weniger sie nicht hervorriefen."vs
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