Guttenberg-Comeback: Testimonial für Mammut

Donnerstag, 10. März 2011
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Auf Facebook hatte Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg eine mächtige Fan-Truppe. Doch die traurigen Pro-Guttenberg-Demonstrationen haben gezeigt, dass eine virtuell mächtige Armee im realen Leben eine kleine Truppe von Papiertigern sein kann. Nun ist aus dem einstmals so beliebten Politiker auch noch ein Testimonial für den Outdoor-Ausrüster Mammut geworden. Im aktuellen „Stern" ist der adlige CSUler in einer 1/1-Anzeige zu sehen. Text: "Sehen Sie nach vorne, auch die besten Alpinisten kehren manchmal vor dem Gipfel um." Ob der Wechsel in die Werbebranche gewollt ist, wagen wir zu bezweifeln. Gefragt wurde zu Guttenberg jedenfalls nicht, gibt Mammut-Marketingkommunikationsleiter Christian Gisi im Stern.de-Interview  
zu: „Er weiß nichts davon. Wir haben absolut keinen Kontakt zu Herrn Guttenberg und wir haben ihn auch nicht gesponsert, auch wenn das manche vermutet haben, weil er eben häufig diese Jacke getragen hat." Entwickelt wurde der Auftritt von der Münchner Agentur Webguerillas.

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Mit seiner unfreiwilligen Werbung steht zu Guttenberg in einer langen Tradition von Politikern, die für Kampagnen eingesetzt wurden und werden. Unvergessen: das „Sturmfrisur"-Motiv von Sixt mit Angela Merkel oder jüngst die Kampagne von Preis24.de, bei der Wikileaks-Gründer Julian Assange und die Bundeskanzlerin tragende Rollen zugewiesen bekamen - als computeranimierte Figuren. Merkel hatte seinerzeit bei Sixt eine Cabrio-Fahrt als "Wiedergutmachung" eingefordert - und eingelöst bekommen. Auch Mammut-Marketingleiter Gisi vertraut darauf, dass Guttenberg gelassen bleibt. Angst vor einer Klage hat er nicht: „Wenn es sich um eine historische Figur handelt, dann braucht man keine Genehmigung, um das Bild abzudrucken. Unsere Anzeige ist ja überhaupt nicht beleidigend oder rufschädigend. Wir möchten uns auch als Schweizer nicht in die Debatte um ihn einmischen." vs
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