Grey überschreitet 1,5 Milliarden Mark-Grenze

Dienstag, 07. Dezember 1999

Mit einem soliden zweistelligen Wachstum knüpft Grey Middle Europe wieder an die Tradition der vergangenen Jahre an. 1998 verfehlte die Agentur die 10-Prozent-Marke knapp. Jetzt hat Grey erstmals die Grenze von 1,5 Milliarden Mark überschritten. Eine Fülle neuer Aufgaben in neuen Branchen wie Internet, Financial Services, Medien und Telekommunikation sowie erfolgreiche Produkteinführungen haben der Grey-Gruppe erneut ein zweistelliges Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag: 30. September) beschert. Mit einer Steigerung von 12,1 Prozent – im Vorjahr waren es 9,7 Prozent – ist das Network damit dreimal so schnell gewachsen wie der Markt, für den der ZAW 1999 ein Wachstum von 4 Prozent prognostizierte. Der Zuwachs um 162,2 Millionen Mark auf ein Geschäftsvolumen von 1,502 Milliarden Mark (Vorjahr: 1,340 Millarden Mark) dürfte der Gruppe wieder den zweiten Platz im Ranking der größten Agenturen sichern.

Das Wachstum sei zu zwei Dritteln durch Neukunden-Geschäft und zu einem Drittel durch die Vergabe neuer Marken-Etats aus der bestehenden Klientel erzielt worden, erläutert CEO Bernd M. Michael das Ergebnis. Insgesamt stehen 68 Neugeschäfts-Gewinnen – darunter Budgets von AOL, Deutsche Bank 24, Nokia und TM 3 – nur 6 Etat-Verluste wie Barilla, Meggle und SAS gegegüber. Zufrieden kann Michael vor allem auf die Entwicklung der nichtklassischen Agenturdiziplinen blicken. Mit 25 Prozent verzeichneten die 18 Marketing-Service-Agenturen der Gruppe ein überdurchschnittliches Wachstum, vor allem in den Bereichen Interactive, Direktmarketing, Public Relations, Health-Care und Sponsoring. Allein Die Argonauten, die seit rund einem Jahr zum Grey-Interactive-Network gehören, haben ihr Geschäftsvolumen mehr als verdoppelt. Mit über 100 Mitarbeitern verbuchte die Agentur im vergangenen Jahr ein Gross-Income von 12 Millionen Mark. Grey Direct konnte seinen Umsatz um 19,6 Prozent auf 78,7 Millionen Mark steigern, die PR-Gruppe GCI verbesserte ihren Jahresumsatz um 31 Prozent auf 14,1 Millionen Mark und kletterte damit von Rang 10 auf Rang 6 (Horizont 48/99).

Einen großen Erfolg verbucht Grey darüber hinaus mit Mediacom. Im Einzelranking der größten deutschen Mediaagenturen schaffte die Gesellschaft erstmals den Sprung auf Platz 1. Mit 297 Mitarbeitern konnte die Agentur das bestehende Media-Volumen im abgelaufenen Geschäftsjahr von 3,34 auf 4,48 Millarden Mark steigern. Dabei macht sich in erster Linie die Übernahme der kompletten Marken-Palette von VW bemerkbar. In Ost-Europa verhinderten starke Einbrüche der Märkte in Russland, der Ukraine und den Baltischen Staaten ein weiterhin zweistelliges Wachstum. Mit einem moderaten Wachstum von 5 Prozent konnte das Umsatz-Volumen des Networks in dieser Region auf 473 Millionen Mark gesteigert werden. Die besondere Stärken der Gruppe sieht Grey-Chef Michael im gelungenen Generationswechsel und ausgeprägten Marken-Know-how des Netzwerks: "Die im Vorjahr begonne Neustrukturierung und die Übertragung der Operativen Verantwortung auf eine neue Management-Generation haben neue Kräfte freigesetzt."
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