Grey schließt die Eventagentur Michael Vagedes

Freitag, 27. November 2009
Michael Vagedes findet keine Lösung mit Grey
Michael Vagedes findet keine Lösung mit Grey

Was sich bereits vor einigen Wochen angedeutet hat, ist nun beschlossene Sache. Die Hamburger Eventagentur Michael Vagedes und Mehrheitsgesellschafter Grey trennen sich. Wie Gruppenchef Uli Veigel gegenüber HORIZONT.NET bestätigt, wird die Agentur zum Jahresende aufgelöst. Man habe keine Einigung über eine mögliche Fortführung der Agentur erzielen können, sagt Veigel. HORIZONT hatte Anfang Oktober berichtet, dass Vagedes und Grey über eine Beendigung der Partnerschaft verhandeln. Ein Szenario war, dass Michael Vagedes als unabhängige, inhabergeführte Agentur weitermacht. Diese Option ist nun aber vom Tisch, nicht zuletzt, weil es eine Wettbewerbssperre für Vagedes gibt.

Die Eventagentur bestätigt auf Nachfrage den Liquidationsbeschluss des Mehrheitsgesellschafters. Ebenfalls bestätigt wird, dass Vagedes zuvor seinen Geschäftsführervertrag gekündigt hatte. Dem Vernehmen nach soll er unzufrieden mit der Stellung seiner Agentur innerhalb der Gruppe gewesen sein. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat wohl die Gründung eines eigenen Eventablegers bei Grey unter dem Label Grey Live. Auch die finanziellen Vorgaben der WPP-Holding dürften eine Rolle gespielt haben. Zudem soll es Bestrebungen gegeben haben, die Agentur gegen den Willen von Vagedes beim Schwesternetwork G2 einzugliedern.

Insider berichten, dass die Agentur schwarze Zahlen schreibt. Sollte das stimmen, verwundert es, dass sich Grey von einer profitablen Tochter trennt. Ohne deren Chef Vagedes sah man aber offenbar keine Möglichkeit, das Geschäft erfolgreich weiterzuführen. Beobachter gehen davon aus, dass Vagedes nach Ablauf seiner Sperre wieder unternehmerisch tätig wird.

Von der Schließung sind rund 25 Mitarbeiter betroffen. Zu den bisherigen Kunden der Agentur gehören unter anderem die SPD, Lufthansa und das Bundeswirtschaftsministerium. mam    
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