Grey firmiert um / Umsatz geht 2009 zurück

Dienstag, 01. Dezember 2009
Grey-Chef Uli Veigel wagt keine Prognose für 2010
Grey-Chef Uli Veigel wagt keine Prognose für 2010
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Die deutsche Grey-Gruppe tritt künftig unter dem Namen Grey G2 Group Germany auf. Damit will CEO Uli Veigel deutlich machen, dass sich die WPP-Tochter als Generalist versteht, der alle Kommunikationskanäle einsetzen kann. "Mit der Grey G2 Group entsprechen wir der Logik eines flexiblen, kompetitiven und zukunftsfähig aufgestellten Networks", so Veigel bei der heutigen Jahrespressekonferenz. Das Krisenjahr 2009 hat auch bei Grey Spuren hinterlassen. Die Gruppe hat Umsatz verloren, in welcher Höhe wird mit Verweis auf den Sarbanes-Oxley Act nicht bekanntgegeben. Dennoch sei man profitabel durch die Krise gekommen, betont Veigel. Dazu dürfte nicht zuletzt der Stellenabbau beigetragen haben. Insgesamt sind in der von Veigel geführten Business Line Werbung & Marketing Services rund 720 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind rund 10 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Gruppenweit meldet das Unternehmen 43 neue Aufträge. Dazu zählen Etatgewinne von Docmorris, WAZ, Metro, Christ und Ballantines. Verloren wurden die Mandate von Deutsche Bank, "Handelsblatt", Payback und Porsche Design. Weiterhin an Bord bleibt laut Grey der krisengebeutelte Großkunde Karstadt. Mit ihm habe man eine Lösung gefunden, auch künftig zusammenzuarbeiten. Zudem freut sich die Gruppe über die Verteidigung beziehungsweise den Ausbau des Geschäfts mit Allianz. Der Versicherungskonzern hatte seinen weltweiten Etat vor kurzem der Grey-Gruppe anvertraut. Der Etat wird von Grey London geführt, in Deutschland ist die Grey-Tochter Atletico an Bord. In München soll ein eigenes Büro für den Kunden entstehen. Dieses wird mit Grey-Mitarbeitern aus London und Atletico-Leuten besetzt.

Christian Hupertz
Christian Hupertz
Neben den bereits offiziellen personellen Veränderungen bei Grey Worldwide in Düsseldorf, wo JvM-Mann Christian Hupertz Anfang 2010 als CEO einsteigt, gibt es auch an anderer Stelle neue Besetzungen. So wird bestätigt, dass - wie bereits von HORIZONT gemeldet - Frank Schrader die Nachfolge von Francois Hartz als Chef der Agentur Gramm antritt. Schrader war bislang Beratungsgeschäftsführer bei der Grey-Tochter KW 43. Sein Nachfolger dort wird Michael Rewald.

Eine genaue Prognose für die Entwicklung seiner Gruppe im kommenden Jahr wagt Grey-Chef Veigel nicht. "Wir glauben, dass der Bodensatz fast erreicht ist", heißt es in der Pressemitteilung. Es gelte, sich auf die neue Realität einzustellen. 2010 werde ein Jahr des Neuanfangs auf niedrigem Niveau. "Hoffentlich führt er zu organischem, gesunden Wachstum", so Veigel. Für den gesamten Werbemarkt sei alles möglich zwischen minus 5 und plus 5 Prozent.  mam
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