Grey bestätigt Berufung von Dickjan Poppema / Interview mit Europachef David Patton

Montag, 17. Dezember 2012
Grey-Europachef David Patton
Grey-Europachef David Patton

Was durch eine Meldung von HORIZONT.NET bereits seit Freitag voriger Woche bekannt ist, wird jetzt offiziell bestätigt: Dickjan Poppema wird neuer CEO der deutschen Grey-Gruppe. Er löst mit sofortiger Wirkung den bisherigen Gruppenchef Uli Veigel ab. Dieser übernimmt internationale Aufgaben im Network. Europachef David Patton erklärt die Hintergründe für den Managementwechsel.

"Wir wollen in die Top 3"

Warum wurde Uli Veigel mit sofortiger Wirkung abgelöst? Das Timing ergibt aus verschiedenen Gründen Sinn. Zunächst haben wir gerade GE Healthcare als weltweiten Kunden gewonnen. Das ist ein globaler Bluechip-Kunde und wir wollen sicherstellen, dass er sofort unsere volle Management-Unterstützung bekommt. Dieses Geschäft betreut Uli Veigel. Außerdem ist das Ende eines Geschäftsjahrs ein guter Zeitpunkt für einen Managementwechsel.

Mit der Geschäftsentwicklung von Grey in Deutschland hat der Wechsel nichts zu tun? Es war ein durchwachsenes Jahr. Der Start war schleppend und wir sind von den Schwierigkeiten des Kunden Schlecker getroffen worden. Aber zum Jahresende gab es einige erfreuliche Etatgewinne, sodass die Agentur mit einem guten Momentum ins Jahr 2013 geht.

Wie bewerten Sie die Entwicklung von Grey in Deutschland generell? Ich möchte, dass wir in allen Märkten zu den drei besten Agenturen gehören. In vielen Ländern haben wir diese Position, in Deutschland müssen wir sie aber noch erreichen. Wir sind in den Top 3 in New York und London - es gibt keinen Grund, warum wir es nicht auch in Deutschland sein können. Dickjan hat eine klare Vorstellung davon, wie Grey Germany sein Angebot weiterentwickeln muss.

Was ist denn aus Ihrer Sicht das Hauptproblem der deutschen Grey-Niederlassung? Grey Germany ist eine tolle Agentur, aber Deutschland ist ein sehr kompetitiver Markt. Was ich gerne verbessern würde, ist unsere Erfolgsrate bei Pitches. Die ist nicht zufriedenstellend. Um sie zu verbessern, werden wir weiter in unsere kreativen, digitalen und strategischen Fähigkeiten investieren.

Wie schnell erwarten Sie Veränderungen und erste Erfolgsmeldungen? Ich erwarte, dass wir schnell Fortschritte machen. In unserem Geschäft bedeutet Stillstand Rückschritt. Aber ich bin sicher, dass Dickjan behutsam vorgehen wird. Es wird sicher keinen Aktionismus geben, allerdings wird er auch nicht zögern, wichtige Entscheidungen zu treffen, um die Agentur nach vorn zu bringen.

Was passiert ansonsten im Management von Grey - glauben Sie, dass Führungskräfte wie Werbeagenturchef Christian Hupertz, Kreativchef Roland Vanoni und Digitalchef André Schieck bleiben werden? Ja, das tue ich. Wenn sie Dickjan kennengelernt haben, werden sie merken, welche Führungsstärke, Energie und Leidenschaft er mitbringt. Veränderung ist immer unangenehm, aber ich bin sicher, sowohl Kunden als auch jeder bei Grey wird sehr gerne mit ihm zusammenarbeiten.  
Interview: Mehrdad Amirkhizi
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