Giel-Mitarbeiterin wegen Betriebsspionage verurteilt

Donnerstag, 13. August 1998

Normalerweise gehören Beratung und Kreation zu den Services einer Agentur. Bei Giel gehört offensichtlich auch Betriebsspionage dazu. Wegen des Verrats von Betriebsgeheimnissen wurde eine Mitarbeiterin der Agentur Giel Frankfurt Präsentationswerbung GmbH vom Amtsgericht Frankfurt zu einer Geldstrafe von 72.000 Mark verurteilt. Die 26 Jahre alte Frau war zwischen 1994 und 1996 im Auftrag der Agentur kurzfristig in drei Agenturen im Rhein-Main-Gebiet eingestiegen, um Geschäftsinterna über Kunden und Verträge auszuspionieren und an Giel weiterzuleiten. Die entsprechenden Unterlagen und Beweismittel hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft bei einer Durchsuchung der Giel-Büros in der Hanauer Landstraße beschlagnahmt. Über hundert handschriftliche Dokumente über Vertragsabschlüsse, Kundenlisten und weitere Interna waren von der Polizei gefunden worden. Doch die Verurteilung der 26jährigen ist nur die Spitze eines Eisberges. Weitere elf Beschäftigte sollen in der Vergangenheit zum Zwecke der Betriebsspionage bei verschiedenen Agenturen angeheuert haben. Nachdem Anzeigen von Agenturen aus Frankfurt, Bad Vilbel, Bad Homburg und Darmstadt bei der Staatsanwaltschaft eingegangen waren, wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb eingeleitet.Die Agentur Giel, die Kunden in kurzen Beiträgen in Zeitschriften und Magazinen und Spots präsentiert, ist schon mehrfach wegen unsauberer Geschäftsmethoden in die Schlagzeilen geraten. Auch Geschäftsführer Joachim Giel stand bereits vor dem Kadi. Er wurde wegen Anstiftung zum Verrat von Geschäftsgeheimnissen verurteilt, und zwar zu einer Geldstrafe von 50.000 Mark.
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