GWA will Monitore überarbeiten und Qualitätssiegel etablieren

Montag, 22. Oktober 2012
GWA-Vorstand um Präsident Lothar Leonhard (sitzend) im Frankfurter Römer (Foto: H.-J. Herrmann)
GWA-Vorstand um Präsident Lothar Leonhard (sitzend) im Frankfurter Römer (Foto: H.-J. Herrmann)

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA reagiert auf die Kritik an seinen nicht immer nachvollziehbaren Konjunkturbarometern. Bei der Mitgliederversammlung in der vorigen Woche in Frankfurt wurde beschlossen, die Untersuchung nicht mehr in ihrer bisherigen Form weiterzuführen. So sagen die befragten GWA-Agenturchefs beispielsweise im aktuellen Herbstmonitor für das Jahr 2012 ein durchschnittliches Umsatzplus von 5,4 Prozent voraus. Und das, nachdem sämtliche sonstigen Konjunkturprognosen für die Gesamtwirtschaft von einem Zuwachs von maximal einem Prozent ausgehen. "Die zuletzt veröffentlichten Ergebnisse sind nicht immer erklärungsfähig", begründet GWA-Präsident Lothar Leonhard den Schritt. Mit der Überarbeitung will der Verbandschef die Umfrage wieder relevanter machen. Neben den Wirtschaftsdaten sollen in Zukunft auch qualitative Faktoren abgefragt werden, "um mehr Aufschluss über aktuelle Entwicklungen in der Agenturbranche zu bekommen", erklärt Leonhard.

Hohe Qualitätsstandards hat sich der Verband auch an anderer Stelle auf die Fahnen geschrieben. Soll will man in Zukunft stärker als bislang den Anspruch unterstreichen, der Verband der führenden Agenturen in Deutschland zu sein. Dies will man nicht nur durch ein strenges Aufnahmeprozedere für neue Mitglieder dokumentieren. Fortan sollen auch die bestehenden Mitglieder regelmäßig überprüft werden, ob sie die Qualitätsstandards des Verbands erfüllen. Agenturen, die diesen Kriterien nicht genügen, soll die Mitgliedschaft aberkannt werden können. Noch ist offen, in welcher Form die Auditierung stattfinden soll. Vorstellbar ist eine Art verbandsinterner "Agentur-TÜV". Präsident Leonhard: "Wir werden keine Exkommunizierungsgesetze beschließen, aber bestimmte Regeln definieren, die man einhalten muss, wenn man Mitglied im GWA ist."

Einen Schritt weitergekommen ist der Verband auch bei seinem Aus- und Weiterbildungsprogramm "Need for brains". Inzwischen scheint die Finanzierung weitgehend zu stehen. Nicht zuletzt nach einer Förderzusage der Europäischen Union, die Gelder im sechsstelligen Bereich zur Verfügung stellen will, kann jetzt mit der Programmierung begonnen werden. Die Teilnahme an dem onlinebasierten Lernprogramm soll pro Kopf zwischen 100 und 140 Euro kosten, so die aktuelle Kalkulation. Ziel ist es, im 2. Halbjahr 2013 zu starten. Mit dem Projekt verbindet der GWA ehrgeizige Erwartungen. Nicht zuletzt soll Need for brains den Agenturen helfen, bei der Personalsuche die Qualität von Bewerbern zu beurteilen. Außerdem ist denkbar, das System auch in anderen Branchen sowie international einzusetzen. Einige Agenturverbände aus anderen Ländern sollen bereits Interesse signalisiert haben. mam
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