GWA und GPRA stellen die Weichen für Kooperation

Freitag, 12. Oktober 2001

Der Gesamtverband Werbeagenturen GWA hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin die Weichen für die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) gestellt. Vom 1. November 2001 bis zum 1. Oktober 2002 sollen die Vorstände von GWA und GPRA regelmäßig gemeinsam tagen, um eine Zusammenführung beider Verbände vorzubereiten.

Auch die GPRA hat auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung ebenfalls den Weg frei gemacht für eine Verbindung des PR-Verbandes mit dem GWA. Der Antrag des GPRA-Präsidiums wurde mit 22 Ja-Stimmen, bei 4 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen. Ein Integrationsbeirat soll unabhängig von den regelmäßigen Treffen der Verbandspräsidien die Debatte um die Kooperation beider Verbände begleiten. Seine Aufgabe wird es außerdem sein, die GPRA-Mitglieder regelmäßig über die aktuelle Entwicklung zu informieren. Für den aus dem GPRA-Präsidium zurückgetretenen ehemaligen BSMG-Boss Wolfgang Kreuter wählten die Mitglieder einstimmig Trimedia-Chef Bodo Bimboese in das Führungsgremium. Ex-ECC-Chef Olaf Arndt, über dessen Rücktritt ebenfalls spekuliert wurde, bleibt dagegen im Präsidium.

Im Zuge der Neuorientierung heißt der Verband ab 1. Januar 2002 "Gesamtverband Kommunikationsagenturen im GWA". Die Umbenennung soll unterstreichen, dass der Verband weit mehr als nur die klassischen Werbeagenturen vertreten, und ein möglichst breites Spektrum der Kommunikationsdisziplinen abdecken will.

In Berlin stellte der GWA auch den Herbstmonitor vor, der ein repräsentatives Stimmungsbild über die Geschäftslage der Werbeagenturen liefert. Und das fällt in diesem Jahr sehr pessimistisch aus, obwohl die Infratest-Umfrage noch vor den Terroranschlägen in Berlin durchgeführt wurde. Gerade einmal 15 Prozent der Agenturen waren mit ihren Geschäften im 1. Halbjahr zufrieden. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitraum noch 27 Prozent.

Auch für das 2. Halbjahr erwarten nur 37 Prozent der Agenturen einen besseren Geschäftsverlauf, 47 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Ergebnis. Auch bei den Renditen erwarten die meisten Agenturen eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr, obwohl die meisten von einer Umsatzsteigerung ausgehen. Um die Kosten zu reduzieren, setzt die Mehrheit der Agenturen bei den Personalkosten und den freiwilligen Leistungen an.
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