GWA: Unmut über Scheitern der geplanten Rangfolge im Verband

Donnerstag, 19. Februar 2004

Schwere Zeiten für den GWA. Nachdem sich der Verband im Streitfall Sixt nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, muss die Agenturlobby den nächsten Rückschlag hinnehmen. Die geplante Rangfolge der Mitgliedsagenturen, die das bisherige Ranking ablösen sollte, kommt nicht zustande. Grund: Die Töchter von IPG und Publicis sowie die Omnicom-Firma TBWA melden keine Zahlen - auch nicht zur GWA-internen Verwendung. Unberührt davon ist das Ranking der inhabergeführten Agenturen von HORIZONT und „W&V“.

Bei vielen Mitgliedern sorgt das Scheitern für Unmut. „Ich bin sehr enttäuscht“, erklärt Vize Gerhard Mutter. Auch Ex-Präsident Lothar S. Leonhard macht aus seiner Ernüchterung keinen Hehl. „Es ist eine Schande, dass wir kein GWA-Ranking mehr haben.“ Nicht nur er vermutet, dass dem einen oder anderen Agenturmanager das von den Mutterfirmen erteilte Verbot, über die Geschäftszahlen für 2003 zu reden, gar nicht so ungelegen kommt.

Dagegen verwahren sich IPG-Töchter wie McCann-Erickson, die bereits bei GWA-Boss Holger Jung interveniert haben. Der erklärt kurz und knapp: „Der Sarbanes Oxley Act lässt nun mal leider kein Ranking zu - das bedauern alle Mitglieder.“ Gelegenheit zur Aussprache gibt es bei einem Mitgliederforum am 9. März in Frankfurt. Dort soll es nach den Sixt-Querelen vor allem um das Thema Haltung gehen. Ob dann auch Beschlüsse gefasst werden, ist noch offen. Veränderungen gibt es allerdings im Vorstand. Neben Martin Blach und Harald Adam wird auch der zweite Vize Rainer Zimmermann aus dem Gremium ausscheiden, wenn er Anfang April die BBDO-Führung abgibt. mam
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