GWA-Umfrage: Fachkräftemangel trifft auch Agenturen

Donnerstag, 24. Januar 2013
Auf die Jobanzeigen von Agenturen bewerben sich nicht immer qualifizierte Fachkräfte
Auf die Jobanzeigen von Agenturen bewerben sich nicht immer qualifizierte Fachkräfte

Endlich gibt es wenigstens ein paar Zahlen. Gewusst haben es schon viele, in den vergangenen Wochen wurde immer häufiger davon gesprochen: Der Fachkräftemangel betrifft auch die Kommunikationsagenturen. Belege fehlten allerdings. Nun legt der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA das Ergebnis einer Umfrage vor, die der Branchenverband anlässlich seines Herbstmonitors unter seinen Mitgliedern zum Thema Nachwuchs durchgeführt hat.

GWA-Umfrage: Wie schwierig es ist, Bewerber zu finden

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Sie zeigt, dass die Dienstleister selbst klassische Einstiegspositionen wie Art und Text nicht einfach besetzen können – obwohl bei 45 Prozent der Agenturen die Zahl der Initiativbewerbungen in den vergangenen drei Jahren gleich geblieben und bei 35 Prozent sogar gestiegen ist. So geben nur 5 beziehungsweise 3 Prozent der befragten Agenturchefs an, für Art und Text „leicht“ geeignete Bewerber auf dem gewünschten Qualifikationsniveau zu finden. Am schwierigsten ist es, die Einstiegspositionen in den Arbeitsgebieten Media, Programmierung/Online-Produktion und Strategie zu besetzen. Auf einer Skala von 5 für „geeignete Bewerber sind leicht zu finden“ bis 1 für „keine/kaum“ liegt Media bei 1,6, Programmierung/Online-Produktion bei 2,2 und Strategie bei 2,4.

GWA-Umfrage: Relevante Studienrichtungen für Agenturen

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Talente suchen die Agenturen am häufigsten in den Studienrichtungen Kommunikations- und Medienwissenschaften, Design/Kunst und Wirtschaftswissenschaften – diese drei Studienrichtungen haben laut der Umfrage mit Abstand die größte Relevanz fürs Recruiting der Dienstleister. Der Studienabschluss von Berufseinsteigern spielt dabei eine untergeordnete Rolle: Die Agenturchefs schätzen Bachelor-Abschlüsse genauso wie den Master: jeweils 71 Prozent geben an, ein Berufseinstieger mit Bachelor beziehungsweise Master käme für ihr Unternehmen als Einstieger auf jeden Fall in Frage. Mehr als die Hälfte von ihnen (54 Prozent) urteilt ebenso über Kandidaten, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Deutlich schlechter urteilen die Manager über die Abschlüsse an privaten Akademien: Nur 39 Prozent stimmen hier der Aussage „kommt auf jeden Fall in Frage zu“.

GWA-Umfrage: Wie Agenturen junge Talente gewinnen können

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Als Lockmittel für ihre Wunschkandidaten bewerten die Agenturchefs vor allem spannende Aufgaben, die sie den Bewerbern bieten können: 70 glauben, dass sie „besonders relevant“ sind, um junge Talente zu überzeugen, gefolgt von der Agenturkultur (59 Prozent) und dem Standort (30 Prozent). Für deutlich weniger wichtig halten sie dagegen das Thema Gehalt: Nur 20 Prozent sind der Meinung, dass die Bezahlung das wichtigste Argument ist, um den Nachwuchs anzulocken.

Allerdings sind sich die Agenturchefs auch der Defizite, die ihre Branche aus der Sicht von Kandidaten bietet, bewusst: 83 Prozent stimmen der Aussage, dass es aus Sicht des Nachwuchses in Agenturen besonders lange Arbeitszeiten gibt, ganz beziehungsweise voll und ganz zu; 71 Prozent nehmen an, dass der Nachwuchs das Image anderer Branchen besser findet als das der Agenturen und 65 Prozent sind ganz beziehungsweise voll und ganz der Meinung, dass der Nachwuchs die Bezahlung in Agenturen zu schlecht findet. ems
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