GWA-Mitglieder stöhnen über Pitchberater

Mittwoch, 16. März 2011
GWA-Mitglieder zeigen die erwartet kritische Haltung zu Pitchberatern
GWA-Mitglieder zeigen die erwartet kritische Haltung zu Pitchberatern

Pitchberater haben bei den Agenturen keinen sonderlich guten Ruf. Das ist das wenig überraschende Ergebnis einer Umfrage des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA unter seinen Mitgliedsfirmen. Erstaunlich ist aber die Härte des Urteils. Danach sagen nur 11 Prozent der Agenturchefs, dass die Professionalität von Pitches steigt, wenn entsprechende Berater beteiligt sind. Noch schlechter fällt das Urteil bezüglich der Objektivität aus. Gerade einmal ein Prozent der Befragten ist der Aufassung, dass Pitchberater bei der Auswahl von Agenturen neutral sind. Allerdings wird deutlich zwischen den Anbietern differenziert: Drei Viertel konstatieren große Unterschiede zwischen einzelnen Pitchberatern hinsichtlich Professionalität und Transparenz. Fast die Hälfte hält sie für verlängerte Einkaufsabteilungen der Kunden, rund ein Drittel findet sie sogar "völlig überflüssig". Gleichzeitig räumen die Agenturen ein, dass die Bedeutung von Pitchberatern zugenommen hat - und weiter zunehmen wird. Dieser Auffassung sind rund 60 Prozent.

Den Anteil von Pitches, die mit Beratern durchgeführt werden, taxieren die Befragten auf etwa 10 Prozent. In anderen Märkten ist dieser Wert deutlich höher. Im angelsächischen Raum finden schätzungsweise knapp zwei Drittel aller Pitches mit externen Consultants statt. Rund zwei Drittel der Agenturchefs fordern von ihrem Verband, einen Code of Conduct für Pitchberatung zu formulieren. Die Verbandsführung will dieses Anliegen prüfen und dann entscheiden, welche Schritte sie unternimmt. Denkbar sei auch, den Kundenverband OWM einzubeziehen. mam    
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