GWA Herbstmonitor: Deutsche Agenturen rechnen weiterhin mit Wachstum

Mittwoch, 12. Oktober 2011
GWA-Präsident Peter-John Mahrenholz
GWA-Präsident Peter-John Mahrenholz

Deutschlands Werbeagenturen blicken weiter deutlich optimistischer in die Zukunft als die meisten anderen Akteure in der Wirtschaft. Für das kommende Jahr rechnen die im Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA organisierten Dienstleister mit einem Umsatzplus von 5,4 Prozent. Damit liegt die Agenturprognose wie gewohnt über dem für das Bruttoinlandsprodukt erwarteten Zuwachs. So geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) davon aus, dass die Wirtschaft 2012 nur noch um ein Prozent zulegen kann. Ein wenig näher an den Schätzungen von Ökonomen liegen die Agenturchefs inzwischen mit ihren Aussagen für das zu Ende gehende Jahr. Für 2011 rechnen sie mit einem Umsatzplus von 4,4 Prozent. Die DIW-Experten halten ein Wachstum von 2,8 Prozent für möglich. Bei der Befragung für den Frühjahrsmonitor waren die GWA-Agenturen noch von einem Umsatzzuwachs von 7,3 Prozent ausgegangen. Diese überaus optimistische Prognose wird nun einmal mehr relativiert.

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Weitere Informationen zum Thema, eine Einschätzung der Monitor-Ergebnisse sowie das große Abschiedsinterview mit dem scheidenden GWA-Präsidenten Peter-John Mahrenholz lesen Sie in HORIZONT 41/2011, die am 13 Oktober erscheint.

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Überdies gibt die Mehrheit der Agenturen an, dass ihre Kosten 2011 im Vergleich zu 2010 gestiegen sind. Bei 32 Prozent der Befragten haben die Kosten abgenommen, bei 18 Prozent  sind sie gleich geblieben. Investiert haben die Agenturen vor allem in Personal und Weiterbildung. Reduziert wurden vor allem Reise- und Kommunikationskosten.

Zum ersten Mal in der Geschichte seines Konjunkturmonitors hat der Verband nach der Umsatzrendite gefragt. Glaubt man der Studie, liegt sie aktuell im Durchschnitt bei 7,6 Prozent. 2010 waren es noch 8,8 Prozent. Interessant ist der Blick auf die Streuung der Angaben. Danach muss jede vierte GWA-Agentur mit einer Umsatzrendite von bis zu 2 Prozent (bezogen auf das Gross Income) auskommen.

Die Arbeitsschwerpunkte der Agenturen verlagern sich weiterhin in Richtung Online-Marketing, E-Commerce und Neue Medien. 96 Prozent der befragten Agenturen geben an, dass dieser Geschäftsbereich an Bedeutung gewonnen hat. Markenführung und Branding haben bei  45 Prozent der Agenturen an Bedeutung gewonnen. Klassische Werbung verzeichnet 2011 mit vier Prozent den geringsten Bedeutungszuwachs. Trotzdem bestätigt GWA-Präsident Peter-John Mahrenholz, dass die Klassik immer noch zu den maßgeblichen Renditebringern für die meisten Agenturen zählt.

Der GWA Monitor ist eine Befragung der führenden deutschen Werbe- und Kommunikationsagenturen, die halbjährlich durchgeführt wird. An der aktuellen Befragungen haben sich diesmal 65 GWA-Agenturen, also nur rund 60 Prozent der Mitglieder beteiligt. Dennoch zweifelt Mahrenholz nicht an der Aussagekraft der Ergebnisse: „Wir sehen, wer an der Befragung teilnimmt. Die Daten sind genauso valide wie in den vergangenen Jahren", sagt er. mam/bu
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