GWA-Herbstmonitor: Agenturverband warnt vor Negativ-Spirale

Donnerstag, 25. September 2008
-
-

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA korrigiert seine Marktprognosen deutlich nach unten. Jede fünfte Agentur wird 2008 weniger Umsatz machen. Statt der im Frühjahr erwarteten 5,5 Prozent werden die Umsätze der GWA-Mitglieder dieses Jahr wohl nur um 2 bis 3 Prozent wachsen. Im kommenden Jahr rechnen die befragten Agenturgeschäftsführer nur noch mit einem leichten Plus von einem Prozent. Entsprechend hoch ist auch ihre Unzufriedenheit über die erzielten Gewinne. Mittlerweile sind nur noch 33 Prozent der Agenturchefs mit der Entwicklung ihrer Renditen zufrieden. Im vergangenen Jahr waren es noch 44 Prozent.

Um eine Werbekrise wie in den Jahren 2001 bis 2003 abzuwenden, zeigt sich der scheidende GWA-Präsident Holger Jung kämpferisch. „Wenn der Konjunkturmotor stottert, muss das Marketing Gas geben“, lautet sein eindringlicher Appell an die werbungtreibenden Unternehmen. Die Negativ-Spirale: „Kein Marketing, kein Konsum, kein Wachstum“, darf sich laut Jung nicht wiederholen.

Ein Dauerbrenner bleibt der hohe Druck auf die Kosten und Margen. Bei 77 Prozent der befragten Agenturen ist der Kostendruck weiter gestiegen. Das Personal wollen nur noch 40 Prozent von ihnen aufstocken. 2007 war das noch bei mehr als der Hälfte der befragten Agenturlenker der Fall. Dennoch müssen und wollen sie weiter investieren und das vor allem in den Bereich Onlinewerbung, der inzwischen im Schnitt 14 Prozent des Umsatzes einer GWA-Agentur ausmacht. In drei Jahren könnte dieser Anteil laut Herbstmonitor auf 22 Prozent steigen.

Der größte Gewinnbringer ist aber nach wie vor die klassische Werbung. Darauf folgen die Bereiche Neue Medien inklusive Multimedia und E-Commerce sowie Verkaufsförderung. Mit PR und Sponsoring wird am wenigsten verdient. Die umsatzstärksten Kunden stammen dieses Jahr wiederum aus der Automobilbranche. Auf sie folgen die Auftraggeber aus dem Bereich Banken und Finanzdienstleister sowie die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln. ejej
Meist gelesen
stats