GWA-Herbstmonitor: Agenturen bleiben unter Druck

Donnerstag, 23. September 2004

"Die Signale bleiben widersprüchlich, auch für 2005", sagt GWA-Präsident Holger Jung bei der Präsentation der Ergebnisse des GWA Herbstmonitors 2004 in Berlin. Eine Prognose für 2005 will Jung nicht abgeben, sondern erst nach Vorliegen des Frühjahrsmonitors. Trotz widersprüchlicher Konjunktursignale rechnen 82 Prozent der Agenturen aber im kommenden Jahr mit mindestens dem gleichen Umsatz oder mehr als 2004.

Mit der Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2004 waren 44 Prozent der Agenturen eher zufrieden oder sehr zufrieden. Im Vorjahr lag der Vergleichswert bei 33 Prozent. Für 2004 insgesamt geht man in der Agenturbranche zu 36 Prozent von mehr Umsatz, zu 47 Prozent von gleichem Umsatz aus. Die Einschätzungen des Herbstmonitors 2003 waren deutlich pessimistischer: Lediglich 25 Prozent erwarteten mehr Umsatz. Holger Jung, Präsident des GWA: "2004 läuft besser als 2003, aber alles andere als überragend. Meine Wachstumsprognose von 2 Prozent vom Frühjahr 2004 korrigiere ich allerdings nicht nach unten, da bin ich Optimist."

Insgesamt haben sich die positiven Spending-Signale der Werbungtreibenden nicht verstärkt, sondern liegen sogar unter den Erwartungen des Herbstmonitors 2003. Impulse für das Neugeschäft erwarten die Agenturen aus den Bereichen Banken/Finanzdienstleister, Nahrungs- und Genussmittel und Telekommunikation. Die Einschätzungen für die Branchen Chemie und Pharma waren beim Frühjahrsmonitor 2004 deutlich positiver.

Die Agenturen stehen weiter unter Kostendruck und dieser bleibt auch 2005 auf der Agenda. Kostenanpassungen betreffen vor allem Bereiche wie Personal-, Reisekosten und freiwillige Leistungen. Grund für die angespannte Kostensituation der Agenturen ist unter anderem das Geschäftsgebaren ihrer Kunden. So berichten 95 Prozent der Befragten vom steigenden Druck auf die Honorare, gefolgt von Budget-Änderungen und Termindruck. 39 Prozent melden eine abnehmende Qualität der Briefings, 36 Prozent eine nachlassende Zahlungsmoral der Kunden. ems
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