GWA-Halbjahresbilanz: Verhaltener Optimismus

Dienstag, 07. Juli 1998

Erstaunlich nah liegen Gesamtverband Werbeagenturen GWA und die von HORIZONT befragten 50 größtendeutschen Agenturen in ihrer wirtschaftlichen Prognose für das laufende Jahr beisammen: Beide Seiten gehen von einem Plus von knapp fünf Prozent aus. "Die Werbeagenturen sind mit dem bisherigen Geschäftsverlauf recht zufrieden. Sie sind zuversichtlich, daß im zweiten Halbjahr die Geschäfte nochbesser laufen." Mit dieser recht unspektakulären Aussage trat GWA-Präsident Lothar S. Leonhard im Rahmen des alljährlichen Sommermonitors vor die Presse, um über die wirtschaftliche Entwicklung derGWA-Agenturen im ersten Halbjahr 1998 zu berichten. Die wichtigste Erkenntnis: Während die befragten Agenturen für sich im Schnitt ein Plus von acht Prozent prognostizieren, gehen sie mit der Gesamtbranche härter ins Gericht - ihr trauen sie allenfalls einen Zuwachs von 4,7 Prozent zu. Leaonhards Erklärungsversuch für diese Diskrepanz: "Viele möchten die eigenen Umstände offenbar nicht generalisieren." Als Wachstumsbereiche werden die Branchen Finanzen, Dienstleistungen, Büro/EDV, Ausbildung und Medien genannt. Insgesamt erwarten 78 Prozent der Befragten eine steigende Umsatzentwicklung, 19 Prozent glauben, konstant zu bleiben, und nur drei Prozent kalkulieren ein Minus ein. Wobei hier die internationalen Agenturen deutlich optimistischer sind als die nationalen. 96 Prozent erwarten Zuwächse, was GWA-Präsident Leonhard mit der "internationaleren Kundenstruktur" erklärt. Was dieprognostizierten Renditen für dieses Jahr angeht, prophezeit Leonhard, "daß keine großen Sprünge drin sind". Trotz Kostensteigerungen auf Seiten der Agenturen könnte diese nicht uneingeschränkt alsPreiserhöhungen an die Auftraggeber weitergegeben werden.
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