GWA Frühjahrsmonitor: Agenturen verbuchen Plus bei Umsatz und Rendite

Dienstag, 15. März 2011
GWA-Präsident Peter John Mahrenholz
GWA-Präsident Peter John Mahrenholz


Nachdem der Herbstmonitor bereits positive Stimmung verbreitet hat, kann der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA auch von der neuerlichen Mitgliederbefragung Positives vermelden. So haben die Mitgliedsfirmen im Jahr 2010 ein Umsatzwachstum von 7,5 Prozent verbucht. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen sie mit einem ähnlichen Umsatzzuwachs. Auch bei der Rendite sieht es wieder besser aus. Hier haben die befragten Agenturen ein Plus von 13,5 Prozent erzielt. Für 2011 prognostizieren die Kommunikationsdienstleister ebenfalls eine Steigerung der Gewinne zwischen 12 und 13 Prozent.
Bei der Umfrage im Herbst 2010 war der Optimismus bezüglich der Rendite allerdings noch wesentlich stärker ausgeprägt. Damals hatten die Agenturen eine Gewinnsteigerung von 31 Prozent prognostiziert. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt - offenbar nicht zuletzt deshalb, weil die Kosten doch höher ausgefallen sind als zunächst geplant. Die Kostenstruktur des vergangenen Jahres sieht sehr unterschiedlich aus. 38 Prozent der Agenturchefs geben gestiegene Kosten an, bei 18 Prozent sind sie gleichgeblieben. Bei der knappen Mehrheit von 42 Prozent sind die Kosten gesunken. Gekürzt wurde insbesondere bei Kommunikations- und Reisekosten sowie "Sonstigen Bereichen". Für das laufende Jahr prognostizieren 44 Prozent der GWA-Mitglieder einen Kostenanstieg. In welchem Umfang ist nicht bekannt.

Die gestiegenen Kosten beruhen vor allem auf Investitionen in Personal. Drei Viertel der befragten Agenturen haben 2010 ihre Mitarbeiterzahl aufgestockt. Betrieblich bedingte Kündigungen gab es bei 22 Prozent der Dienstleister. Im Zuge der allgemeinen konjunkturellen Erholung wollen drei Viertel der Agenturen ihre Personaldecke weiter ausbauen, lediglich 5 Prozent erwarten Kündigungen. "Investitionen in Personal und Weiterbildung sind mit Blick auf die demografische Entwicklung strategisch wichtiger denn je", so GWA-Präsident Peter John Mahrenholz. In Zukunft werde es immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden: "Im Digitalbereich ist das bereits heute schon ein wirkliches Problem."

Wie bereits zuvor spülen Projekthonorare knapp die Hälfte des Umsatzes in die Kassen der Agenturen, 27 Prozent des Gross-Income stammen von Pauschalhonoraren, zu 11 Prozent tragen Media-Provisionen bei. Am investitionsfreudigsten entpuppten sich laut den Befragten die Autoindustrie sowie die Finanzdienstleister. Im Durchschnitt 13 Prozent beträgt ihr Anteil am Gesamtumsatz der Werbe- und Kommunikationsagenturen. Die Plätze 2 und 3 belegen die Nahrungs- und Genussmittelbranche (11 Prozent) sowie die Pharmaindustrie (9 Prozent). jm
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